Pressemitteilung VCD Elbe Saale, Gera, 23.4.2009
Verkehrsvermeidung und Stärkung der Regionen
Am Montag legte die IHK Ostthüringen Zahlen zu den durch Staus auf Autobahnen verursachten Kosten vor. Nach Angaben der befragten Unternehmen würden sich diese auf täglich 120 Euro je Tag und Firma belaufen. Die IHK kommt zu dem Schluss, dass dieses Problem nur durch einen raschen Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen zu lösen ist. Genau das aber sei der falsche Weg sagt Steffen Eichler vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD): “Verkehrswissenschaftler sind längst zu dem Schluss gekommen, dass jeder Straßenausbau und jeder Straßenneubau auch automatisch mehr Verkehr anzieht. Und eben da müssen wir uns fragen: Wollen wir das wirklich? Noch mehr Straßenverkehr?”
Man dürfe sich doch nicht nur die Frage stellen, welche Kosten im Stau entstehen, sondern es müsse auch gefragt werden, was die Bundesfernstraßen insgesamt an Kosten verursachen. Dazu Steffen Eichler: “Und das sind nicht nur die Millionen, die in Ausbau und Erhalt der Infrastruktur fließen, sondern das sind auch all jene versteckten Kosten, die der Allgemeinheit unter anderem durch Lärm, Luftverschmutzung und Unfälle entstehen.” Nach Berechnungen des Lehrstuhls für Verkehrsökologie an der TU Dresden liegen diese versteckten Kosten im gesamten Verkehrsbereich bei ca. 1.500 Euro pro Person und Jahr, den Löwenanteil daran hat der Straßenverkehr.
Nach Ansicht des VCD sind Konzepte zur Verkehrsvermeidung der beste Weg aus der Stau- und Kostenfalle. So fordert Steffen Eichler: “Investieren wir das Geld lieber in die Bildung und die Regionen anstatt weitere Straßen zu bauen, die zur Folge haben, dass Billigprodukte unter anderem aus Osteuropa noch schneller zu uns gelangen und heimische Produkte verdrängen“. Ca. 80 % der Güter sind heute im Nah- und Regionalbereich unterwegs, weshalb der VCD die Schaffung einer regionalen Güterbahn fordert. Dafür gibt es inzwischen intelligente und flexible Konzepte.
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Autor: VCD Elbe-Saale.
Tags: IHK, Infrastruktur, Stau, Thüringen, Unternehmen, Verkehrswissenschaft