fairkehr-Titelthema »Kopf an: Motor aus«

VCD-Pressemitteilung 32/09 – Berlin, 20.04.09
Für Kurzstrecken das Auto stehenlassen

Sonntags fix zum Bäcker fahren, mittwochs den Sohn zum Kla­vier­unterricht chauffieren und freitags die Schwiegermutter vom Bahn­hof abholen: Die Hälfte aller Autofahrten in Deutschland ist kürzer als sechs Kilometer. Fünf Prozent aller Fahrten bringen es nicht einmal auf einen Kilometer. Das schadet nicht nur dem Motor und dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt und der eigenen Gesundheit. Dabei lassen sich die extrem verbrauchsintensiven Kurz­strecken meist problemlos zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen. Wie man Autofahrer dazu bringt, ihren inneren Schweinehund zu besiegen und den Wagen für kurze Wege öfter stehenzulassen, zeigt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr.

So gibt es seit kurzem die vom Bundesumweltministerium geförderte Kam­pagne »Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken.« Durch sie sollen Autofahrer motiviert werden, die extrem sprit­fressenden Kurzstrecken ganz emissionsfrei aus eigener Kraft zu bewältigen. Prominente Unterstützung gibt es dabei von Judith Holofernes, Sängerin der Band »Wir sind Helden«, und Fernseh­köchin Sarah Wiener – beides passionierte Fußgängerinnen – sowie von der überzeugten Radfahrerin und Schwimm-Olympia­siegerin Britta Steffen. *Das ist doch eine ganz andere Lebensqualität. Das macht wirklich Spaß”, erklärt Wiener im fairkehr-Interview ihre Begeisterung für das Zu-Fuß-Gehen. “Ich liebe es, gleichzeitig zu telefonieren und spazierenzugehen.” Steffen setzt sportliche Akzente: “Die alltäglichen Wege mit eigener Kraft zurückzulegen, bringt schon eine Menge für Fitness und Gesundheit.

Das Klimaschutzpotential der Mobilität aus eigener Kraft ist er­heb­lich. So spart eine Verdoppelung der Wege in Deutschland, die zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden, auf einen bzw. zwei Kilometer pro Tag fünf bis sechs Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 im Jahr ein, erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundes­umwelt­ministerium, Astrid Klug, gegenüber der fairkehr. Allerdings könne die Bundesregierung die Menschen nicht zwingen, aufs Rad umzusteigen: “Wir brauchen Menschen, die mitmachen“, so die Staatssekretärin.

Mit der auf zwei Jahre angelegten Kampagne gehen die beteiligten Agenturen fairkehr, Velokonzept und Tinkerbelle völlig neue Wege. Statt auf schmelzende Eisberge oder glückliche Radler-Familien setzen die Projektpartner auf Witz, Ironie und Provokation. “Für den Klimaschutz müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Nur häufiger nutzen“, lautet eine der prägnanten Textbotschaften, durch die Autofahrer mit einem Augenzwinkern zum Umsteigen be­wegt werden sollen. 2009 wird die Kampagne in Bamberg, Dort­mund, Halle/Saale und Karlsruhe umgesetzt. Diese vier Städte, die aus mehr als 90 Bewerbern ausgewählt wurden, bringen die nötigen Voraussetzungen in Sachen Wege, Fahrrad-Abstellanlagen und politischer Wille mit, damit die Kampagne auf fruchtbaren Boden fallen und ihre Wirkung entfalten kann. So baut Bamberg seit 1994 sein Radwegnetz planmäßig aus. Karlsruhe gilt bereits als ÖPNV-Vorzeigestadt und arbeitet daran, den Radanteil am Verkehr auf 23 Prozent zu steigern; und auch Halle und Dortmund haben in den letzten Jahren ihren Radverkehr stark gefördert.

Alle Artikel zum Titelthema »Kopf an: Motor aus« lesen Sie in der Ausgabe 02/2009 der VCD-Mit-gliederzeitschrift fairkehr, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen. Weitere Informationen auch unter www.fairkehr-magazin.de.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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