Zur neuen Umweltoffensive der DB AG

VCD-Pressemitteilung 29/09 – Berlin, 6. April 2009
VCD: Deutsche Bahn hat noch viel zu tun

Die Deutsche Bahn AG hat heute eine Umweltinitiative gestartet, in deren Rahmen sie 10 000 Bäume pflanzen und den Anteil er­neu­er­barer Energien an ihrem Strommix erhöhen will. Der Verkehrs­club Deutsch­land e.V. (VCD) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben der Bahn, umweltfreundlicher zu werden. Allerdings warnt der VCD vor einem Greenwashing und forderte von der Bahn weitreichendere Maß­nahmen. Die DB AG bezöge als größter Strom­abnehmer Deutsch­lands zu 56 Prozent Strom aus fossilen Energie­trägern und zu 26 Prozent Atomstrom.

Kurt Bayer vom VCD-Bundesvorstand: “Bäume zu pflanzen ist eine schö­ne Sache, reicht aber bei weitem nicht aus, die Bahn um­welt­freund­licher zu machen. Statt solcher werbeträchtiger Aktionen muss die Bahn schlichtweg schnell mehr Geld in die Hand nehmen und ihre Nachfrage vor allem nach Wind- und Solarstrom viel schnel­ler und stärker erhöhen als angekündigt. Nur so wird sie ihren Status als umweltfreundliches Verkehrsmittel behalten können. Denn Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken zu beziehen, hat mit Umweltschutz nichts zu tun.

Zudem trage die Bahn durch ihre Dieselloks in erheblichem Ausmaß zum Feinstaubproblem bei. Deshalb müsse sie dringend die bisher ver­säumte Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern angehen und neue Loks ausschließlich mit geregelten Filtern kaufen. Dazu gehörten auch die bereits bestellten 130 neuen Dieselloks. Zudem dürfe die Bahn nicht immer noch schnellere Züge bauen. Durch die erhöhte Fahr­geschwindigkeit würde auch der Stromverbrauch immer weiter ansteigen. Statt einzelne Strecken schneller zu machen, müsse das gesamte Schienennetz besser vertaktet und auf diese Weise alle Ziele zügiger erreichbar gemacht werden.

Heidi Tischmann, VCD-Bahnexpertin: “Um die Bahn um­welt­freund­licher zu machen, muss auch die Politik handeln. So muss sie die Trassenpreise neu gestalten und auch Schadstoff- und Lärm­komponenten mit­ein­beziehen. Nur durch emissions­abhängige Trassen­preise erhalten die Bahnunternehmen einen Anreiz, den Lärm­pegel und den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge zu reduzieren.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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