Umweltverbände begrüßen Umweltprämie für Fahrräder

Gemeinsame Pressemitteilung vom 31. März 2009 – Berlin, 31.03.09
Bundesregierung muss eine Prämie auch für Benutzer des ÖPNV zahlen

In der heute von der Bundesregierung angekündigten Ab­wrack­prämie für Alt-Fahrräder in Höhe von 250 Euro pro neu­gekauftem Rad sehen der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine längst über­fällige Maßnahme. Die Zahlung der Prämie beim Kauf neuer Fahr­räder sei ein gutes Beispiel umweltgerechter Konjunktur­förderung. Damit ende die bisherige Praxis, durch den Steuer­zahler allein den Erwerb von Autos subventionieren zu lassen. Die Umwelt­prämie für Fahrräder könne ab sofort beim zuständigen Bundes­amt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden, an­gesichts von dessen aktuellen Computer­problemen jedoch am schnell­sten und einfachsten über die Internetseite www.vcd.org/umweltpraemie_jetzt.html.

Das Manko der Auto-Abwrackprämie, eine Auszahlung nicht an öko­logische Vorgaben geknüpft zu haben, könne nach Schätzungen der Verbände durch den Kauf von mindestens sechs Millionen Fahr­rädern kompensiert werden. Umweltprämien für Fahrräder nützten nicht nur dem Klimaschutz, sie sparten auch die teilweise ex­orbitanten Nebenkosten der Autonutzung. Dies gelte ins­be­son­dere bei Kurzstreckenfahrten, wo das Rad dem Auto nicht nur in Sa­chen Fahrtzeit weit überlegen sei. Bei jedem Kaltstart schnelle der Spritverbrauch eines Pkw auf 30 Liter und mehr hoch.

Der Bundesvorsitzende des VCD, Michael Gehrmann, kritisierte die Bundes­regierung für ihr verspätetes Umschwenken: “Die Auto­her­steller haben von der Politik bisher völlig falsche Signale be­kommen. Das wahltaktisch motivierte Verlängern der Abwrack­prämie führt dazu, dass die Autofirmen spätestens nach der Bundes­tags­wahl wegen der noch größeren Zahl vorgezogener Käufe durch ein noch tieferes Tal der Tränen müssen. Und nicht jeder Hersteller findet dann Ölscheichs, die mit an deutschen Tank­stellen eingenommenem Geld weiterhelfen. Wir hatten einen Auto­kanzler Schröder und haben nun eine Autoschrott-Kanzlerin Merkel. Will sie nicht als »Abwrack-Angie« in die Geschichte eingehen, muss sie jetzt umsteuern.

Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh forderte die Ausdehnung der Prämienzahlung auch auf die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel: “Die Bezeichnung »Umweltprämie« wird erst dann stimmen, wenn tat­sächlich alle Formen umweltfreundlicher Mobilität gefördert werden. Schließlich verursachen Fahrräder und der öffentliche Per­sonen­nahverkehr im Vergleich zum Auto nur einen Bruchteil der Folge­schäden an Klima, Umwelt und Gesundheit.

Nach Angaben der Verbände nutzen Autofahrer in Deutschland ihre privaten Pkw pro Tag durchschnittlich weniger als eine Stunde. Die Hälfte aller Autowege sei kürzer als sechs Kilometer. Fünf Prozent der Autofahrten lägen sogar unter einem Kilometer. Dabei säßen bei einem Leergewicht von durchschnittlich 1,2 Tonnen pro Pkw im Mittel 1,2 Menschen im Auto.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “Umweltverbände begrüßen Umweltprämie für Fahrräder”

  1. VCD-Blog sagt:

    April, April!…

    Gemeinsame Pressemitteilung vom 01. April 2009 – Berlin, 01.04.09
    Gestrige Meldung zur Umweltprämie für Fahrräder war Pro­test gegen Ausweitung der Abwrackprämie!
    Die gestrige Pressemitteilung des Verkehrsclubs Deutschland e.V. …

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