Protest gegen Abwrackprämie vor Bundes­kanzleramt

VCD-Pressemitteilung 23/09 – Berlin, 25.03.2009
VCD fordert zukunftsfähige Verkehrspolitik

Unter dem Motto »Für eine echte Umweltprämie!« hat der Verkehrs­club Deutschland e.V. (VCD) heute vor dem Bundes­kanzler­amt gegen die Abwrackprämie für Pkw und deren Ausweitung pro­testiert. VCD-Aktive stellten zwei Dutzend alter Fahr­räder auf und forderten von der Bundesregierung eine echte Umweltprämie für den Kauf neuer Fahrräder sowie für Bus- und Bahntickets. Die De­mon­stran­ten standen stellvertretend für mehr als 8 000 Menschen, die sich in den letzten Wochen an der VCD-Online-Protestaktion »Neue Räder braucht das Land!« beteiligt und sich gegen die autofixierte Konjunkturpolitik der Bundesregierung ausgesprochen hatten. Zugleich veröffentlichte der VCD auf einer Pressekonferenz Forderungen für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik zur Bundes­tags­wahl 2009.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Die Wirtschaftskrise hat zu einer fatalen Pause im Klimaschutz geführt. Ob der massive Aus- und Neubau von Straßen, die Kfz-Steuerbefreiung oder die an keinerlei Umweltkriterien geknüpfte Abwrackprämie – mit ihrer Konjunkturpolitik hat die Bundesregierung im Verkehrsbereich viel Geld in veraltete Strukturen gesteckt. Damit schadet sie nicht nur der Umwelt sondern auch mittelfristig unserer Wirtschaft. An­ge­sichts der Klimaerwärmung können wir es uns nicht leisten, so weiter­zu­machen wie bisher. In der nächsten Legislaturperiode müssen deshalb dringend die Weichen für eine zukunftsfähige Mobilität gestellt werden.

Dafür müsse die künftige Bundesregierung ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen einführen und die Dienstwagenbesteuerung an die CO2-Emissionen der Pkw koppeln. Notwendig sei, die kürzlich beschlossene Kfz-Steuer komplett auf den CO2-Ausstoß um­zu­stellen und dabei Autos mit hohem Spritverbrauch deutlich höher zu belasten sowie spritsparende Modelle stark zu entlasten. Auf nationaler Ebene müsste die Kerosinsteuer eingeführt werden, damit die Umweltschäden durch den Flugverkehr verringert würden. Um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, fordert der VCD von
der künftigen Bundesregierung die Lkw-Maut auszuweiten sowie deutlich mehr Investitionen in den Erhalt und den Ausbau des Schienennetzes. Der Öffentliche Personennahverkehr müsse stärker als bisher gefördert werden, um Mobilität dauerhaft bezahlbar zu machen. Dies hätte auch einen weitaus höheren Be­schäf­tigungs­effekt als die Förderung der Autoindustrie.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Die von der Autolobby geforderte Verlängerung der Laufzeit der Ab­wrack­prämie ist absolut inakzeptabel. Die deutsche Auto­mobil­industrie wurde in den letzten Monaten völlig ungerecht­fertigt mit Milliarden Euro an Steuergeldern gefördert. Sie hat aber selber zur Ab­satz­krise beigetragen, da sie die Umstellung auf spritsparende Modelle verschlafen hat. Statt für diese rückwärtsgewandte Modell­politik Geld zu verschwenden, muss die künftige Regierung der Auto­industrie den Weg für die Produktion sparsamer und zukunfts­fähiger Autos weisen. Wir verlangen hier von den Parteien klare Aussagen im anstehenden Bundes­tags­wahlkampf.

Die VCD-Position “Zehn Bausteine für eine zukunftsfähige Ver­kehrspolitik” mit den Forderungen zur Bundestagswahl finden Sie als pdf zum Download unter www.vcd.org/parteien.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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2 Antworten zu “Protest gegen Abwrackprämie vor Bundes­kanzleramt”

  1. VCD-Blog sagt:

    VCD zur Aufstockung der Abwrackprämie: Bundes­regierung gefährdet Arbeitsplätze…

    VCD-Pressemitteilung 24/09 – Berlin, 25.03.2009
    Als klima- und wirtschaftspolitischen Irrsinn bezeichnet der Ver­kehrs­club Deutschland e.V. (VCD) das Vorhaben der Bundes­re­gie­rung, die Abwrackprämie für Pkw nun tats&#22…

  2. Prof. Harald Weyel sagt:

    Gut, daß es wenigstens ein paar wenige vernünftige Stimmen auch gegen diese Form von als Erfolg verkauftem Regierungsversagen gibt! Es würde Ihre Argumentation abrunden, wenn Sie auch den kontraproduktiven industriepoilitischen Aspekt für Deutschland erwähnten (man muß die dt. Autoindustrie nicht sympathischer finden als ihre Konkurrenz – aber eben auch nicht umgekehrt)! Wenn eine dt. Regierung nicht fähig ist zu elementarer, koscherer Staatsräson, so müssen es die Bürger/innen um so mehr sein! Die so plötzlichen 5 Mrd. Euro gehen eben zum guten Teil an “umweltpolitisch” nicht sauberere Konkurrenzländer!”

    Grüße

    H.W.

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