Bundesrat beschließt zweites Konjunkturpaket

VCD-Pressemitteilung 18/09 – Berlin, 20.02.09
VCD: Kfz-Steuerreform nachbessern!

Mit dem heute vom Bundesrat beschlossenen zweiten Kon­junk­tur­paket werden die Weichen für eine rückwärtsgewandte, klima­schäd­liche Verkehrspolitik gestellt, kritisiert der Verkehrsclub Deutsch­land e.V. (VCD). Steuergelder würden für den überflüssigen und um­welt­schädlichen Neubau von Straßen verschwendet und mit der Ab­wrack­prämie die veraltete Modellpolitik der deutschen Auto­mobil­industrie belohnt. Die Verschiebung der Kfz-Steuerreform in den Ver­mittlungs­ausschuss müsse laut VCD dazu genutzt werden, die Steuer im Sinne des Klimaschutzes deutlich nachzubessern.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Das zweite Kon­junk­tur­paket reiht sich mit seiner Kurzsichtigkeit im Verkehrs­bereich nahtlos an das erste an. Es wurde eine große Chance vertan, die Gel­der für konjunkturpolitisch wirklich sinnvolle und zukunftsfähige Projekte einzusetzen. Ein Skandal ist, dass ausgerechnet der öffentliche Nahverkehr von den Maßnahmen ausgeschlossen wur­de. Die Förderung des Schienen- und Busverkehrs bedeutet nicht nur eine umweltschonende Mobilität. Sie hat auch im Verg­leich zu Investitionen in den Autoverkehr viel höhere Be­schäf­tigungs­effekte vor Ort.

Zwar sei zu begrüßen, dass die Kfz-Steuerreform in ihrer halbgaren Form nicht durch den Bundesrat gekommen sei. Allerdings seien nach Ansicht des VCD die höheren Ausgleichsforderungen der unions­geführten Länder für die Übertragung der Kfz-Steurer auf die Bundes­ebene nicht angebracht. Denn nach aktuellem Trend würden künftig weniger Diesel-Pkw und mehr Benziner verkauft. Da die Kfz-Steuer für Diesel höher sei als für Benziner, sei in den nächsten Jahren somit insgesamt mit einem Rückgang der Einnahmen aus der Kfz-Steuer zu rechnen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Die Ver­schiebung der Kfz-Steuer in den Vermittlungsausschuss muss dazu genutzt werden, aus dem Reförmchen ohne Wirkung eine echte Klimasteuer zu machen. Die Steuer darf nur nach dem CO2-Aus­stoß bemessen werden, die unterschiedlichen nach dem Hub­raum berechneten Sockelbeträge müssen auf den CO2-Ausstoß um­gerechnet werden. Spritfresser sollen richtig zur Kasse gebeten und die sparsamsten Pkw sogar befristet steuerbefreit werden. Nur so wird eine echte Lenkungswirkung hin zum Kauf und Bau von um­welt­freundlicheren Autos geschaffen.

VCD-Modell zur Kfz-Steuer mit Klimaschutzfaktor unter www.vcd.org/kfz-steuer.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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