Wechsel an der Spitze des Wirt­schafts­ministeriums am Mittwoch

Pressemitteilung 7/2009, VCD-Landesverband Niedersachsen, 15.02.09, Hannover
VCD: „Neue Hoffnung auf innovative Verkehrspolitik durch Generationswechsel?“/Glückwünsche und Forderungen an Dr. Philipp Rösler

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) erhofft sich vom Wechsel in der Spitze des Wirt­schafts­ministeriums Ansätze für innovative Ver­kehrskonzepte in Niedersachsen. „Wir gratulieren Dr. Philipp Rösler zu seiner neuen Tätigkeit als Wirtschafts- und Ver­kehrs­minister und wünschen ihm viel Erfolg und Tatkraft!“, so Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender

Nach Auffassung des VCD besteht mit dem Wechsel im Wirt­schafts­ministerium die Gelegenheit, frische und zukunftsfähige Mo­bi­li­täts­konzepte voranzubringen. „Rund 50 Prozent mehr Men­schen in Bahnen und Bussen in knapp zehn Jahren zeigen, wie sehr ein Bedarf insbesondere im umweltfreundlichen Nahverkehr be­steht. Statt finanzieller Einschnitte benötigen wir in diesem Bereich attraktive und zusätzliche Angebote, nicht nur in den Städten, sondern vor allem auch in der Fläche“, so Frömming.

Der Öffentliche Nahverkehr im sogenannten Mobilitätsmix mit Fahr­rad, Fußverkehr und dem modernen Car-Sharing sollte fortan eine deutlich höhere Priorität im Wirtschaftsministerium erhalten als dies in der Vergangenheit der Fall war. „Wir erwarten, dass Dr. Rösler die Blockade bei der Förderung des Car-Sharing-Systems auf Bundesebene umgehend stoppt. Niedersachsen sperrt sich bei­spiels­weise noch immer gegen eine Bundesratsinitiative, Car-Sharing-Stellflächen im öffentlichen Straßenraum einzurichten. „Man kann nicht einerseits umweltfreundliche Verkehrskonzepte verbal fordern und andererseits über bürokratische Hürden blockieren“, kritisiert Frömming.

Inwieweit Dr. Rösler den Mut hat, Abstand zu nehmen von fachlich hoch umstrittenen Großprojekten, wie die Autobahnen 22 („Küsten­autobahn“) und A 39 (Lüneburg – Wolfsburg), bleibt ab­zu­warten. Neben diesen rund zwei Milliarden Euro teuren Sub­ventionen in Lkw-Transitachsen kritisiert der VCD zudem das starre Festhalten an der „Y“-Trasse. Bahnexperten gehen davon aus, dass der Aus­bau von bestehenden Schienenstrecken schneller und effektiver wirken kann als der Bau der rund vier Milliarden teuren Hoch­ge­schwin­dig­keit­strasse zwischen Hamburg und Bremen nach Hannover.

Im Bereich Schiene erwartet der VCD angesichts der positiven Zu­wachsraten eine Abkehr vom bisherigen kategorischen Nein gegen­über der Wiederbelebung von Regionalbahnstrecken. „Hier hat Nieder­sachsen noch ein erhebliches Aufholpotential gegenüber anderen Flächenländern. Während Rheinland-Pfalz bereits zwölf Bahn­linien erfolgreich reaktiviert hat, verharrt Niedersachsen immer noch bei einer einzigen Bahnstrecke. Das ist eindeutig zuwenig!“, erklärt Frömming.

Der VCD freut sich auf eine gute und intensive Zusammenarbeit mit dem künftigen Verkehrsminister. „Wir stehen gerne für eine kon­struk­tive und vertrauensvolle Gespräche bereit“, so Frömming.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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