Bundestag beschließt zweites Konjunkturpaket

VCD-Pressemitteilung 15/09 – Berlin, 13.02.09
VCD: Bundesrat muss klimafeindliche Konjunkturpolitik stoppen

Die Bundestagsabgeordneten haben ihre Stimme für eine ver­altete, autofixierte und klimafeindliche Verkehrspolitik her­ge­ge­ben“, kritisiert Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des Ver­kehrs­clubs Deutsch­land e.V. (VCD), den heutigen Bundestags­beschluss zum zweiten Konjunkturpaket. Mit der Abwrack­prämie für Pkw, einer halbherzigen Kfz-Steuerreform und dem Ausschluss des Öffent­lichen Personennahverkehrs würde der Bau sparsamer Pkw in Deutschland weiter hinausgezögert und eine Verkehrswende hin zu mehr Bus und Bahn blockiert. Der VCD ruft den Bundesrat dazu auf, dem Paket in der kommenden Woche nicht zuzustimmen.

Statt der Abwrackprämie für Pkw wäre es angesichts von Wirt­schafts­krise und Klimawandel viel sinnvoller gewesen, die ver­an­schlag­ten 1,5 Milliarden Euro in Busse und Bahnen zu investieren. Eine Förderung des Schienen- und Busverkehrs stärkt vor allem die Binnenwirtschaft mit hoher Beschäftigungswirkung, während die aufgrund der Abwrackprämie nachgefragten Autos in hoch­rationalisierten Fabriken und oft im Ausland produziert werden“, so Michael Gehrmann.

Mit der beschlossenen, nach Hubraum und CO2-Ausstoß be­mes­se­nen Kfz-Steuer habe man die Chance vertan, echte Anreize zum Kauf spritsparender Modelle zu setzen. Anstatt Spritfresser stärker zu besteuern, würden nun Diesel-Pkw mit über­durch­schnitt­lichem CO2-Ausstoß sogar oft billiger. Ein extremer Klima­killer, der 500 PS starke Audi Q7 12V TDI, wird nach dem Modell der Bundesregierung zukünftig genau so viel Steuer zahlen wie heute.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Das Versprechen Angela Merkels, aus der Kfz-Steuer eine Klimasteuer zu machen, wird auf Wunsch des VDA-Präsidenten Wissmann ge­brochen. Damit hat die deutsche Automobilindustrie einen Pyrrhus­sieg errungen. Denn nur wenn die Autohersteller möglichst schnell auf effizientere Modelle umsatteln, können sie angesichts knapper werdender Ölreserven und der steigenden Nachfrage für kleinere Autos dem weltweiten Konkurrenzkampf auch weiterhin standhalten.

Ein Skandal sei, dass ausgerechnet der umweltfreundliche Öffent­liche Personennahverkehr von kommunalen Infra­struktur­maßnahmen ausgeschlossen wurde. Der Investitions­bedarf sei hier enorm. Viele Anlagen seien bis zu vierzig Jahre alt und dringend er­neu­erungs­bedürftig. Dies gelte vor allem für Straßen- und Stadt­bahntrassen sowie für Tunnelstrecken. Aber auch die Modernisierung des Fahr­zeug­fuhr­parks sei überfällig. Der VCD forderte den Bundesrat deshalb auf, den ÖPNV wieder in das Konjunktur­programm zu integrieren.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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