Abwrackprämie muss gestoppt werden

VCD-Pressemitteilung 14/09 – Berlin, 12.02.09
VCD: Bundestag darf Konjunkturpaket nicht zustimmen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Ab­wrack­prämie als undurchdachten Schnellschuss ohne ökologische Len­kungs­wirkung und mit geringem konjunkturpolitischem Effekt. Die Prämie habe zwar zu einem spontanen Andrang in Autohäusern geführt. Das Ergebnis sei nun aber nach Angaben des Zentral­ver­ban­des Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, dass die Händler ihre Rabatte für Pkw erheblich senkten. Der VCD warnt: Wer jetzt für einen Gebrauchten mit einem Restwert von 1 000 Euro eine Ab­wrack­prämie von 2 500 kassiere, aber auf zehn Prozent Rabatt beim Kauf eines Kompaktwagens verzichten müsse, zahle drauf.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Ob die Ab­wrack­prämie oder die halbherzige Kfz-Steuerreform: Die Bundes­re­gierung hat das Konjunkturpaket reflexartig und ohne jegliche Ver­nunft geschnürt. Der Bundestag darf dieser ökologisch fatalen und beschäftigungspolitisch wirkungslosen Pseudo-Konjunktur­politik auf keinen Fall zustimmen. Wenn die Regierung Milliarden an Steuer­geldern in die Hand nimmt, muss sie diese verantwortlich und mit Blick auf die Folgen ausgeben.

Die Forderung der Automobilindustrie, die Zahlung der Ab­wrack­prämie zu verlängern, weist der VCD scharf zurück. Die deutsche Auto­industrie habe es in der Vergangenheit versäumt, auf kleine und sparsame Pkw-Modelle zu setzen, und damit selbst dazu bei­getragen, dass ihre Autos in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weniger nachgefragt würden. Außerdem bezweifelt der VCD, dass über­haupt die 600 000 möglichen Anträge zur Abwrackprämie gestellt würden. Die Zahl der Menschen, die ein neun Jahre altes Auto besäßen, das weniger als 2500 Euro wert sei, und die genug Geld hätten, sich ein neues Auto zu kaufen, sei relativ gering. Bis jetzt seien erst sieben Prozent der 600 000 möglichen Anträge gestellt. Der VCD rät daher Autokäufern, sich nicht von der Pro­pa­gan­da verrückt machen zu lassen, das Geld für die Prämie reiche nicht aus.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Am besten wäre, das Parlament stoppt morgen die schädliche Ab­wrack­prä­mie. Sie müsste dann selbstverständlich und aus­schließlich an die Bürger ausgezahlt werden, die bis zu diesem Beschluss ihr Fahr­zeug verschrottet haben. Die 1,4 Milliarden Euro, die dann im Topf bleiben, kann der Staat ökologisch und ökonomisch viel sinn­voller investieren: in die Förderung des Nah­verkehrs, in die Nach­rüstung von Lieferfahrzeugen mit Partikel­filtern und zur Schaffung von Kaufanreizen für wirklich energieeffiziente Pkw.

VCD-Hintergrundpapier zu den Konjunkturmaßnahmen im Verkehr zum Download unter www.vcd.org/konjunkturpolitik.html

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Autor: VCD-Bundesverband.

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