VCD-Tipp zur Abwrackprämie: Augen auf beim Autokauf

VCD Servicepressemitteilung 04/09 – Berlin, 11.02.09
Abwrackprämie, VCD gibt Empfehlungen zum Autokauf

Im Zuge des zweiten Konjunkturpaketes hat die Bundesregierung eine »Abwrackprämie« beschlossen, die den Verkauf neuer Pkw in Deutschland ankurbeln soll. Danach erhalten Altfahrzeugbesitzer, die ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten und gleich­zeitig einen Neu- oder Jahreswagen kaufen, bis zum 31. Dezem­ber 2009 vom Staat 2 500 Euro. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Abwrackprämie als kon­junk­tur­politisch weitgehend wirkungslos und ökologisch kontraproduktiv. Wer dennoch sein altes Auto verschrotten, ein neues kaufen und damit die Abwrackprämie nutzen möchte, dem gibt der VCD folgende Empfehlungen:

  • Ein Blick in die VCD Auto-Umweltliste 2008/2009 hilft bei der Aus­wahl umweltschonender Pkw. Die Broschüre enthält ein um­fas­sen­des Öko-Ranking von über 350 aktuellen Pkw-Modellen. Gute Bewertungen bei Kleinwagen erhielten zum Beispiel der Citroën C1 1.0 Advance (108 g CO2), der Honda Civic Hybrid (109 g CO2) und der VW Polo 1.4 TDI BlueMotion (99 g CO2).
  • Die Verbrauchswerte des neuen Autos sollten mindestens 20 Pro­zent unter denen des alten liegen, da für die Produktion und Ver­wertung eines Fahrzeugs etwa 20 Prozent der Energie benötigt werden, die ein Pkw während seines gesamten Lebenszyklus verbraucht.
  • Der VCD nennt für den Kauf eines Neu- oder Jahreswagens die Faust­formel »110 – 120 – 140«: Das heißt, Kleinwagen sollten durch­schnittlich nicht mehr als 110 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen (entspricht einem Verbrauch von 4,7 l Benzin bzw. 4,2 l Diesel auf 100 km), ein Wagen der Kompaktklasse maximal 120 g (= 5,1 l bzw. 4,5 l) und ein Familienauto höchstens 140 g CO2 pro km (= 5,9 l bzw. 5,3 l).
  • Bei der Frage Benziner oder Diesel sollten die jährliche Fahrleistung sowie der Einsatzort des Autos berücksichtigt werden. Aufgrund der höheren Kosten eines Diesels sowie der höheren Schad­stoff­emissionen im Vergleich zu Benzinern, lohnt sich ein Diesel-Pkw i.d.R. erst ab 15 000 km pro Jahr und bei über­wiegenden Überland- und Autobahnfahrten. Diesel-Fahrzeuge sollten generell mit einem ge­re­gel­ten Partikelfilter ausgestattet sein. Aus Umwelt- und Kosten­sicht sollte auch die Antriebsart Erdgas als Alternative geprüft werden.
  • Derzeit gilt für Neufahrzeuge die Schadstoffnorm Euro 4. Mitt­ler­weile kommen aber immer mehr Modelle auf den Markt, die die ab 2011 verbindliche strengere Norm Euro 5 erfüllen. Die neue Schad­stoff­norm sollte nicht nur aus Umwelt- sondern auch aus Kosten­gründen bevorzugt werden: Wer bis zum 30.6.2009 einen Pkw mit Euro 4 neu zulässt, bekommt die Kfz-Steuer für ein Jahr erlassen, ein Pkw mit Euro 5 erhält zwei Jahre Steuerfreiheit.
  • Allen, die selten ein Auto benötigen, rät der VCD, Alternativen zum Kauf eines eigenen Wagens zu prüfen und zum Beispiel Angebote wie das Car-Sharing zu nutzen.

Die VCD Auto-Umweltliste 2008/2009 ist für 5,50 Euro Bear­beitungs- und Versandkostenpauschale zu bestellen bei: VCD-Ver­sand­service, Heinrich Sommer-Straße 13, 59939 Olsberg, Fon 02962/845865, Fax 02962/800155, E-Mail bestellung@vcd.org. VCD-Mitglieder erhalten die VCD Auto-Umweltliste kostenlos.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “VCD-Tipp zur Abwrackprämie: Augen auf beim Autokauf”

  1. Claus sagt:

    Die Frage Diesel oder Benziner hängt im wesentlichen von der laufleistung und den Kraftstoff-Preisen ab. Aber auch andere Parameter spielen eine wichtige Rolle (Wartungskosten, Widerverkauf, Anschaffunkskosten, Steuer, Versicherung…)

    Die angegeben 15.000 km sind daher mit Vorsicht zu geniessen. Wer es genauer wissen will kann sich auf http://www.fuhrparktreff.de/arbeitshilfe-diesel-oder-benziner/ einen kostenlosen Excel-Rechner herunterladen.

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