Hessen: Koalitionsvereinbarungen zum öffentlichen Verkehr

Pressemitteilung 07/2009, VCD-Hessen Kassel/Wiesbaden, 5.02.2009
Neue Regierung muss mehr für Klimaschutz tun/Sinnvolle Ziele bei Rad, Bus und Bahn müssen auch finanziert werden

Mehr Anstrengungen im Klimaschutz hat der Verkehrsclub Deutsch­land (VCD) von der neuen hessischen Landesregierung gefor­dert. Klima­freundliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen und das Fahr­rad müssten eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher. „Wer einseitig auf den Straßenbau setzt, wird es nicht schaffen, die Klima­ziele im Verkehr zu erreichen“, sagte Werner Geiß, Vor­sitzender des VCD-Landes­verbandes Hessen. Schon heute sei Hessen bundesweit Spitzenreiter bei den verkehrsbedingten Kohlen­dioxid-Emissionen. „Die Ver­kehrs­politik muss grundsätzlich um­steuern“, forderte Geiß.

Dazu sei es unter anderem nötig, die Landesmittel für den öffent­lichen Nahverkehr deutlich zu erhöhen. Hessen gebe hierfür nur schein­bar hohe Summen aus. „Der größte Teil sind Bundes­mittel, die das Land nur weiterreicht“, erläuterte Geiß. Um neue Akzente zu setzen, müsse Hessen eigene Haushaltsmittel verwenden, um zum Beispiel ein Programm zur Reaktivierung von Bahnstrecken auf­zu­legen. „Es ist erfreulich, dass die Wiedereröffnung der Bahn­ver­bin­dung von Frankenberg nach Korbach im Koalitions­vertrag von CDU und FDP steht“, sagte Geiß. „Aber zur Finanzierung gibt es leider keine Vereinbarung.“ Das gelte auch für andere Maßnahmen des öffentlichen Nahverkehrs, die im Koalitionsvertrag aufgeführt sind. Im Gegensatz zum Straßenbau nennen CDU und FDP bei Bus und Bahn keine konkreten Summen, die sie zur Verfügung stellen wollen. „Das zeigt den geringen Stellenwert, den der öffentliche Ver­kehr bei den Regierungsparteien hat“, so Geiß.

Dabei gebe es positive Ansätze im Koalitionsvertrag. Der VCD be­grüßt es ausdrücklich, dass sich CDU und FDP für den Ausbau der „Mit­te-Deutsch­land-Bahn“ Dortmund–Kassel–Erfurt einsetzen wol­len. Erfreulich sei auch das Bekenntnis zu Steigerung der Leistungs­fähigkeit des Frankfurter Hauptbahnhofs und zur Regional­tangente West im Großraum Frankfurt. Sinnvoll sei auch die Absicht, eine leistungsfähige Regionalexpress-Verbindung zwischen den Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar über Darmstadt zu schaffen. „Wir warten jetzt darauf, dass den Ankündigungen auch Taten folgen“, so Geiß.

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Autor: VCD Hessen.

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