EU ermahnt Deutschland wegen zu hoher Feinstaubwerte

VCD-Pressemitteilung 10/09 – Berlin, 30.01.09
VCD fordert Ausweitung der Umweltzonen und Partikelfilter für Nutzfahrzeuge

Die EU hat gestern gegen Deutschland ein Ver­trags­ver­letzungs­verfahren wegen zu hoher Feinstaubwerte eingeleitet. Aus diesem Grund fordert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) die Bundes­regierung sowie die für die Luftqualität zuständigen Stellen auf, endlich wirkungsvolle Maßnahmen zur Ver­ringerung des krank­machenden Feinstaubs durchzusetzen. Dazu gehöre die Ausweitung der Umweltzonen sowie der Einsatz von Partikel­filtern in Nutz­fahrzeugen. Im letzten Jahr hätten elf Städte den seit 2005 geltenden Grenzwert für Feinstaub häufiger überschritten als erlaubt. Dies zeige, dass die bisherigen Maßnahmen zur Luft­reinhaltung nicht ausreichten. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter darf an maximal 35 Tagen überschritten werden.

Monika Ganseforth vom VCD-Bundesvorstand: “Laut Welt­gesund­heits­organisation verringert Feinstaub die Lebens­erwartung von Menschen um elf Monate. Feinstaubpartikel können Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Um die Lebensqualität in Städten zu erhöhen, führt kein Weg an der Ausweitung von Umwelt­zonen vorbei. Wir brauchen mehr und größere Umwelt­zonen, und wir brauchen die Verschärfung der Zu­gangs­beschränkungen, so wie in Berlin, Hannover oder Köln. Das heißt, die Zufahrt darf ab 2010 bundesweit in allen Umweltzonen nur noch mit grüner Pla­kette erlaubt sein.

Daneben müssten auch ältere Dieselfahrzeuge endlich mit einem wir­kungs­vollen Partikelfilter ausgestattet werden, so der VCD. Zudem sei völlig unverständlich, dass für Nutzfahrzeuge, die für rund die Hälfte aller verkehrsbedingten Feinstaubemissionen verant­wortlich seien, nach wie vor keinerlei Anreize zum Nach­rüsten eines Par­tikel­filters bestünden.

Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsexperte: “Ein erster wichtiger Schritt ist die Nachrüstung der zahlreichen Transporter, denn Hand­werk und Gewerbe sind besonders auf freie Fahrt in den Städten angewiesen. Gleichzeitig muss aber auch die Industrie endlich alle neuen Nutzfahrzeuge mit einem Filter ausstatten.

Zusätzlich zu den Feinstaubgrenzwerten trete ab kommendem Jahr auch ein Grenzwert für Stick­stoffdioxid in Kraft. Derzeit würden die Stick­stoffdioxid-Grenzwerte an der Hälfte aller städtischen verkehrs­nahen Messstationen überschritten. Mit Überschreitungen sei daher auch ab Inkrafttreten des Grenzwertes zu rechnen. Haupt­ver­ursacher sei hierbei der Verkehr, insbesondere Diesel­fahrzeuge. Es sei daher inakzeptabel, so der VCD, dass die Euro-6-Norm für Pkw, die den Schadstoffausstoß von Dieseln auf den von Benzinern reduziere, erst ab 2013 Gültigkeit habe.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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2 Antworten zu “EU ermahnt Deutschland wegen zu hoher Feinstaubwerte”

  1. re-nature sagt:

    Ich denke, dass das Umweltbewusstsein langsam besser wird. Außerdem wird die Marktlücke Umweltschutz immer grösser, da ja auch der Bedarf steigt. So nimmt die Entwicklung auch langsam einen positiven Verlauf.Desweiteren sollte man auch die Wirtschaftskriese als Chance sehen, denn wenn alte Strukturen vernichtet werden, werden neue Strukturen wachsen. Wie die Natur so will wenn etwas Neues entsteht kann um weiten besser und moderner sein. Lass die Politik nur machen, die wollen alle nur Ihr Geldwelt retten und nicht unsere Umwelt. In der Politik geht’s nur um Macht und nicht um Idealismus.
    Mit nachhaltigem Gruß
    Heinz

  2. VCD-Blog sagt:

    Deutschland droht EU-Klage wegen Fein­staub­belastung…

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