VCD kritisiert „Straßenbauwahn“ bei CDU und FDP

Pressemitteilung 6/09, VCD-Hessen, 29.01.2009

Als „Rückfall in längst vergangene Zeiten“ bezeichnete der Ver­kehrs­club Deutschland (VCD) die von CDU und FDP an­gekündigte Ver­dop­pe­lung des hessischen Straßenbau-Etats. „Die künftigen Regierungs­fraktionen sind wohl vom Straßenbauwahn befallen“, vermutet Udo Messer, Vorstandsmitglied des VCD-Landes­verbandes Hessen. „Der öffentliche Nahverkehr ist den beiden Parteien dagegen nicht einmal eine Erwähnung wert.“ Diese Politik sei nicht zukunfts­orientiert. Es gebe keinen Bedarf, das gut ausgebaute hessische Straßen­netz in diesem gewaltigen Umfang zu erweitern. Ganz im Gegen­teil sei ein weitere Asphaltierung der Landschaft kontra­produktiv für die Bestrebungen, die Klimaschutzziele auch im Ver­kehr zu erreichen.

In der Amtszeit von Ministerpräsident Roland Koch seien die Landes­aus­gaben für den Straßenbau um 300 Prozent gestiegen. Das Bud­get müsse auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren werden, zumal es wesentlich dringenderen Investitionsbedarf im Schienen­ver­kehr gebe. „Wir brauchen ein Modernisierungs­programm für Bahn­höfe und Gleise, stillgelegte Bahnstrecken müssen reaktiviert werden“, sagte Messer. „Ministerpräsident Roland Koch und FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn sprechen mit gespal­tener Zunge, wenn sie Klima­schutz predigen und nur die Erweiterung des Straßenverkehrs im Sinn haben.“ Der VCD weist darauf hin, dass eine Förderung von Bus und Bahn viel mehr Arbeitsplätze schafft als der Straßenbau. „Das darf die künftige Landesregierung gerade in Zeiten wie diesen nicht ver­gessen“, so Messer.

Zum Hintergrund: Die Straßenbaumittel des Landes lagen 1998 bei 27 Millionen Euro. In diesem Jahr sind rund 100 Millionen Euro ein­geplant. CDU und FDP wollen die Mittel auf 200 Millionen Euro pro Jahr erhöhen. Daraus ergibt sich für die nächsten fünf Jahre eine Summe von einer Milliar­de Euro.

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Autor: VCD Hessen.

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