Neuer Kompromiss zur Kfz-Steuer – VCD: Bevorzugung von Klimakillern katastrophal

VCD-Pressemitteilung 05/09 – Berlin, 22.01.09:
Neuer Kompromiss zur Kfz-Steuer/VCD: Bevorzugung von Klimakillern katastrophal

Als klimapolitische Katastrophe beurteilt der Verkehrsclub Deutsch­land e.V. (VCD) den Vorschlag aus dem Finanzministerium, die Kfz-Steuer für große Pkw zu senken. Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet und inzwischen als gesichert gilt, sieht ein zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium ausgehandelter Kompromiss eine Kombination aus Besteuerung des CO2-Ausstoßes und des Hubraums vor. Dabei müssten für den Hubraum jedoch nur bis zu einer Grenze von 2,5 Litern für Benziner und 3 Litern für Diesel Steuern gezahlt werden. Dadurch würden aber gerade die größten Spritfresser bevorzugt, kritisiert der VCD.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Sollte dieser Entwurf tat­sächlich durchkommen, hätte sich die Bundesregierung damit end­gültig von ihrer Klimapolitik verabschiedet. Mit dem vor­liegenden Vorschlag wird nicht nur auf eine wirksame Beeinflussung der Kaufentscheidung zugunsten von sparsamen und klima­schonenden Neufahrzeugen verzichtet. Die Steuersätze sind für Autos mit überdurchschnittlichem Verbrauch viel zu niedrig. Dass zudem besonders ineffiziente Modelle im Vergleich zu heute besser­gestellt werden, ist skandalös und für den Automobil­standort Deutschland gefährlich. Wenn die Autoindustrie weiterhin auf schwere Luxuslimousinen mit hohem Verbrauch setzen kann, wird sie sich auf dem Weltmarkt, dessen Entwicklung von schrumpfenden Ölreserven und langfristig steigenden Spritpreisen bestimmt ist, nicht mehr lange behaupten können. Der Kompromiss aus dem Finanzministerium ist somit ökologisch und ökonomisch fatal.

Die aktuellen Pläne sehen vor, dass für Fahrzeuge, die mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, jedes weitere Gramm mit zwei Euro besteuert wird. Die Hubraumgröße spielt bei der Berechnung der Steuer ebenfalls eine Rolle, jedoch nur bis zu einer Grenze, die bei Benzinern 2,5 Litern, bei Dieselfahrzeugen 3 Litern Hubraum ent­spricht. Ist der Hubraum größer, steigt die Steuer dennoch nicht an.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Der Kom­promiss­vorschlag ist verlogen und widerspricht jeder klima­poli­ti­schen Logik. Wenn für geländegängige Luxus-Limousinen wie den Audi Q7 mit zwölf Zylindern und einem 6-Liter-Hubraum 270 Euro weniger Kfz-Steuer fällig werden als heute, beispielsweise der viel gekaufte Golf 1.6 aber 16 Euro teurer wird, dann besteht hier eine Schieflage zugunsten der Spritfresser, und jede Etiket­tierung der neuen Kfz-Steuer als Klimasteuer erweist sich als verlogen. Eine Reform der Kfz-Steuer macht nur dann Sinn, wenn sie eine Lenkungswirkung zugunsten spritsparender, klima­schonenderer Autos entfaltet. Was jetzt vorgelegt wird, ist eine ‘Klima-egal-Steuer’.

Der VCD fordert daher eine ambitionierte Klimasteuer für Neuwagen. Da­für hat der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub ein eigenes Kfz-Steuer-Modell entwickelt. Es sieht vor, klimaschonende Fahr­zeuge künftig steuerlich zu entlasten und Fahrzeuge mit hohem Verbrauch und hohem CO2-Ausstoß wesentlich stärker zu be­steuern.

VCD-Modell zur Kfz-Steuer mit Klimaschutzfaktor unter www.vcd.org/kfz-steuer.html.

Eine Tabelle mit Modellrechnungen zum Kompromissvorschlag von Finanz- und Wirtschaftsministerium wird im Laufe des Tages unter www.vcd.org/pressemitteilungen.html abrufbar sein.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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