VCD schlägt alternatives Konjunkturprogramm vor

Pressemitteilung 1/2009, VCD Hessen, Kasssel/Frankfurt, 5. Januar 2009
Investitionen für Bus und Bahn notwendig

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat davor gewarnt, Hessen un­ter dem Vorwand eines Konjunkturprogramms mit einer Flut neuer Straßen zuzubetonieren. „Die Pläne der geschäftsführenden Landes­regierung füh­ren in eine wirtschafts- und klimapolitische Sack­gasse“, kritisierte der hessische VCD-Landes­vorsitzende Wer­ner Geiß.

Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will rund 200 Millionen Euro in den Straßenbau investieren, um die Wirtschaft zu beleben. „Das ist kontraproduktiv“, meint Geiß. Mit einer Förderung des öffentlichen Verkehrs entstünden erwiesenermaßen mehr Arbeitsplätze als durch den Straßenbau. „Aber die dringend nötigen Investitionen für Bus und Bahn kommen bei Koch gar nicht vor“, kritisiert der Umwelt- und Verbraucherverband. Ohnehin habe Hessen in den vergangenen zehn Jahren den Straßenbauetat um 300 Prozent erhöht. Bahn­strecken seien im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht reaktiviert worden, kleinere Bahnhöfe würden zunehmend verfallen.

Der VCD schlägt folgende Maßnahmen für ein alternatives Kon­junk­tur­pro­gramm vor:

  • Reaktivierung der Bahnstrecken Frankenberg–Korbach, Wies­baden–Diez und Wölfersheim–Hungen.
  • Modernisierung der Vogelsbergbahn von Gießen nach Fulda.
  • Beschleunigter Ausbau des RegioTram-Netzes im Raum Kassel.
  • Umfassendes Programm zur Renovierung von Bahnhöfen in ganz Hes­sen.
  • Förderung des barrierefreien Umbaus von Haltestellen (zum Bei­spiel Bau von Aufzügen und Rampen).
  • Zuschüsse für Kommunen zur Einrichtung von Ampel­vorrang­schaltungen für Busse und Straßenbahnen.
  • Zusätzliche Mittel für den Radwegebau an Landesstraßen und für kom­munale Radverkehrskonzepte.
  • Investitionen in den Lärmschutz an bestehenden Straßen.

Darüber hinaus kritisiert der Verkehrsclub, dass im ersten Kon­junk­tur­paket des Bundes der Schienenverkehr in Hessen viel zu kurz komme. Es sei lediglich eine kleine Maßnahme am Frankfurter Haupt­bahnhof vorgesehen. Wichtige Projekte wie der Ausbau der Bahn­strecke zwischen Frankfurt und Fulda fehlten.

Verfehlt sind nach Ansicht des VCD staatliche Hilfen für die Auto­mobilindustrie. „Eine völlig falsche Modellpolitik darf nicht auch noch belohnt werden“, meint Geiß. Auch der hessische Autobauer Opel habe sich nicht mit Ruhm bekleckert. So stoße etwa der aktuelle Opel Corsa mehr klimaschädliches Kohlendioxid aus als das Vor­gän­ger­modell.

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Autor: VCD Hessen.

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Eine Antwort zu “VCD schlägt alternatives Konjunkturprogramm vor”

  1. Jens sagt:

    Und es ist sinnvoller, Hessen mit neuen (benutzungspflichtigen?) Radwegen zuzubetonieren?

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