Zum zweiten Konjunkturpaket: Neubau von Straßen zementiert klimafeindliche Verkehrs­politik

VCD-Pressemitteilung 91/08 – Berlin, 18.12.2008

Mit dem Bau neuer Straßen lenkt Angela Merkel Deutschland in eine wirt­schafts- und klimapolitische Sackgasse. Dies kritisiert der Ver­kehrs­club Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des heutigen Tref­fens der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten zum zweiten Kon­junk­tur­paket. Statt mit Milliarden an Steuergeldern die Land­schaft weiter zuzubetonieren, müssten die Mittel in die Sa­nie­rung des bestehenden Straßen- und Schienennetzes sowie in den maß­vollen Ausbau der Bahninfrastruktur eingesetzt werden. Mit einem der dichtesten Straßennetze der Welt sei der Bedarf an Straßen in Deutschland längst gesättigt und die Umweltschäden dadurch schon heute unverantwortlich hoch, so der VCD.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Angela Merkel be­dient den längst überholten Mythos, mehr Straßen brächten mehr wirt­schaftliches Wachstum. Doch ob neue Straßen tat­säch­lich die Wirt­schaft ankurbeln, ist äußerst zweifelhaft. Fest steht dagegen, dass die Bundesregierung durch mehr Straßen eine klima­feindliche Ver­kehrs­politik auf Jahrzehnte zementieren würde. Pkw- und Lkw-Verkehr, Flächenverbrauch, Lärm, CO2-Emissionen sowie der Aus­stoß anderer Schadstoffe würden weiter zunehmen und die Um­welt und unsere Gesundheit noch stärker belasten.

Derzeit fielen jährlich rund 9 000 Hektar Landschaft neuen Straßen und anderen Verkehrswegen zum Opfer, was 12 000 Fußballfeldern entspräche. Das Autobahnnetz in Deutschland sei mit rund 13 000 Kilo­metern nach dem der USA das längste der Welt. Insgesamt seien heute fast 55 Millionen Kraftfahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Damit trage der Straßenverkehr mit jährlich rund 150 Millionen Tonnen CO2 zu 18 Prozent zum deutsch­land­weiten CO2-Ausstoß bei. Wolle die Bundesregierung ihre Klimaziele und ihre Ziele zur Reduzierung des Flächen­verbrauchs tatsächlich erreichen, müsse sie dringend eine Wende hin zu einer umwelt- und klimaschonenden Verkehrspolitik einläuten.

Gehrmann: “Wir müssen die Krise als Chance nutzen und jetzt den Grundstein legen für eine intelligente und zukunftsfähige Mobilität. Angesichts des Klimawandels und eines drohenden Güter­verkehrs­kollapses ist es unerlässlich, mehr Menschen und Güter auf die umweltfreundlichere Schiene zu bekommen. Dafür müssen unter anderem mehr Investitionen in regionale Schienen­strecken fließen und der Schienengüterverkehr, insbesondere im See­hafen­hinter­land, gestärkt werden. Teure Prestige­objekte wie die ICE-Trasse von Nürnberg nach Leipzig helfen hingegen nicht weiter, um die Schiene attraktiver zu machen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “Zum zweiten Konjunkturpaket: Neubau von Straßen zementiert klimafeindliche Verkehrs­politik”

  1. Knut Lickert sagt:

    Kürzlich habe ich für Satire-Liebhaber schon einmal einen Link zum Thema Autobahnbau gepostet:
    Kanzlerin kämpft gegen die Wirtschaftskrise: Merkel plant neue Autobahnen
    Böse…

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