Zur geplanten Umstellung der Kfz-Steuer

VCD-Pressemitteilung 89/08 – Berlin, 12.12.08
VCD fordert progressive CO2-Steuer

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt das Vorhaben der Bun­des­regierung, die Kfz-Steuer für Pkw nun doch so schnell wie mög­lich auf CO2-Basis umzustellen. Allerdings müssten durch die neue Steuer Spritfresser deutlich höher belastet werden als ver­brauchs­arme Pkw. Nur so werde die Kfz-Steuer die für den Kli­ma­schutz dringend notwendige Lenkungswirkung entfalten. Zu­dem sollte sich eine mögliche mehrjährige Kfz-Steuerbefreiung am 3-Liter-Auto orientieren, was einem CO2-Ausstoß von 80 Gramm entspricht. Nach heutigen Medienberichten soll das Bundes­fi­nanz­ministerium in den nächsten Wochen ein Konzept für eine CO2-basierte Kfz-Steuer erarbeiten. Das Ministerium plant, jedes Gramm CO2 gleich hoch zu besteuern und den Grenzwert für eine Steuer­befreiung auf 100 Gramm CO2 festzulegen.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Einen höheren Anreiz zum Kauf umweltschonender Autos liefert eine CO2-basierte Kfz-Steuer nur dann, wenn Energieeffizienz belohnt und Pkw mit ho­hem Verbrauch mit hohen Kosten belegt werden. Das heißt je mehr CO2 ein Fahrzeug emittiert, desto stärker muss stufenweise die Steuer pro Gramm des Treibhausgases angehoben werden. Wer sich heute noch für einen Spritfresser entscheidet, soll wis­sen, dass er künftig nicht nur an der Tankstelle sondern auch bei der jährlichen Steuer kräftig draufzahlen wird.

Der VCD hat ein eigenes Kfz-Steuer-Modell entwickelt. Danach wer­den minimal 40 Cent pro Gramm bei einem CO2-Ausstoß von bis zu 120 Gramm pro Kilometer und maximal 16 Euro ab 251 Gramm CO2 pro Kilometer erhoben. So würde die geländegängige Luxus­limousine VW Touareg V 10 TDI mit einem Verbrauch von 12,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern und einem CO2-Ausstoß von 315 Gramm pro Kilometer 2410 Euro statt wie bisher nur 772 Euro pro Jahr kosten. Für den zurzeit sparsamsten Benziner, den Toyota Prius mit Hy­brid­motor, fielen jährlich dagegen nur 41 Euro an. Weil das VCD-Modell zukunftsfeindliche Spritschlucker steuerlich er­heb­lich belastet, soll es nicht rückwirkend auf Altfahrzeuge angewendet werden, die unter anderen steuerlichen Rahmen­bedingungen an­geschafft wurden.

Heiko Balsmeyer, VCD-Verkehrsreferent: “Wichtig bei der neuen Kfz-Steuer ist, dass Dieselfahrzeuge nur dann einen Steuernachlass erhalten, wenn sie einen geschlossenem Rußpartikelfilter haben. Nur dieser filtert die Rußpartikel fast vollständig aus den Abgasen. Diese Technik ist heute schon Standard.

Detaillierte Informationen zum VCD-Modell im Internet unter www.vcd.org/kfz-steuer.html

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Autor: VCD-Bundesverband.

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2 Antworten zu “Zur geplanten Umstellung der Kfz-Steuer”

  1. [...] Viele fordern eine CO2-Ausstoß orientierte Steuer gleich mit zu beschließen. Auch der ADAC-Vizepräsident für Verkehr sagt: „Das endlose Hickhack um die Kfz-Steuer muss endlich aufhören. Wer jetzt ein Auto kaufen möchte, muss wissen, woran er künftig ist“. Neue Regelungen der Kfz-Steuer können auch noch im kommenden Jahr erfolgen. Konkrete Pläne für die Steuer auf CO2-Basis liegen auch schon längst vor. Bereits zugelassene Autos würden besteuert werden wie bisher. Allerdings müsste sichergestellt werden, dass sich die Beiträge, durch die andere Besteuerung von Neuwagen, nicht erhöhen. [...]

  2. Rene sagt:

    Die Berücksichtigung der Schadstoffemissionen bei der Festsetzung der Kfz-Steuern wird denke ich den Trend zu schadstoffarmen PKW weiter beschleunigen. Auf http://www.kredit-und-finanzen.de/ratgeber/kfz-steuer.html gibt es für die neue Besteuerung eine Reihe von Beispielrechnungen, die aufzeigen, dass besonders schadstoffarme Autos deutlich günstiger im Hinblick auf die zu zahlende Kfz-Steuer sein werden.

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