Zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn – Preiserhöhung verprellt

VCD-Pressemitteilung 88/08 – Berlin, 11.12.08
Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn/VCD: Preiserhöhung verprellt Fahrgäste

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) hat die zum Fahr­plan­wechsel am kommenden Sonntag geplante Fahr­preis­erhöhung der Deutschen Bahn AG scharf kritisiert. Die jährlich ansteigenden Bahnpreise seien für die Kunden nicht mehr nach­voll­ziehbar. Die ge­gen­über anderen Verkehrsträgern umwelt­freundlichere Bahn werde so immer unattraktiver. Die DB AG wird ihre Preise ab dem 14. Dezember für Fahrten im Nah- und Fernverkehr um durch­schnitt­lich 3,9 Prozent und die Preise für BahnCards um durch­schnitt­lich 3,6 Prozent erhöhen. Begründet werden die Preis­erhöhungen mit gestiegenen Personal- und Energiekosten.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Das Preis-Leistungs-Ver­hältnis der Deutschen Bahn befindet sich in einer gravierenden Schief­lage. Wegen technischer Mängel fallen Züge aus, es gibt Ver­spätungen und Fahrtzeitverlängerungen. Hier ist kein Ende in Sicht. Auch im kommenden Jahr werden die Fahrgäste Ein­schränkungen und Verzögerungen in Kauf nehmen müssen. Gleich­zeitig sinkt aktuell der Rohölpreis und Autofahren wird immer billiger. Jetzt die Preise für die Bahn weiter zu erhöhen ist fatal. So verprellt die Deutsche Bahn ihre Kunden.

Die DB AG hätte in diesem Jahr dringend auf ihre Preiserhöhung ver­zichten müssen, so der VCD. Jahrelang habe die Bahn ver­meintliche Kosten­steigerungen über höhere Preise an die Fahrgäste weitergegeben. Nun müssten die Kunden auch von den Kosten­senkungen profitieren und für mangelhafte Leistungen entschädigt werden. Es passe nicht zusammen, wenn beispielweise auf der Strecke Hamburg-Berlin einerseits die Preise um fünf bis sechs Prozent angehoben würden, Fahrgäste in 2008 aber auf dieser Strecke wegen Bauarbeiten monatelang mit verlängerten Fahr­zeiten von bis zu einer Stunde konfrontiert würden.

Heidi Tischmann, VCD-Bahnexpertin: “Besonders zu verurteilen ist die fortschreitende Verteuerung des personenbedienten Fahr­kar­ten­verkaufs. Das komplizierte Preissystem und die Vielfalt der Sonderangebote erschweren die Suche nach dem günstigsten Fahrschein. Persönliche Beratung ist oft unerlässlich. Fahrgäste, die ihre Fahrkarte am Schalter kaufen wollen oder müssen, dürfen nicht durch höhere Preise bestraft werden.

Die DB AG habe zwar die von ihr angekündigte Einführung eines allgemeinen Bedien­zuschlags von 2,50 Euro pro Fahrt nach massiven Protesten des VCD und anderen Verbraucherverbänden wieder zurück­genommen. Trotzdem würden Fahrgäste, die ihre Fahr­karte personen­bedient am Schalter, in einer Bahnagentur oder telefonisch kaufen, weiterhin stärker zur Kasse gebeten als Nutzer des Internets oder von Automaten. So werde unter anderem der Bedien­zuschlag für Länder-, Hopper- und Schönes-Wochenend-Tickets ab Sonntag von zwei auf 2,50 Euro erhöht.

Der VCD begrüßt, dass die DB künftig unter der Nummer 01805 99 66 33 ein einheitliches Telefonportal zum Tarif von 14 Cent pro Minute für alle wichtigen Serviceleistungen einrichten wird. Der VCD Bahn­test 2008 hatte die undurchsichtige Kosten- und Service­struktur der telefonischen Beratung bemängelt und die Einrichtung einer zentralen Auskunftsnummer zu einem moderaten Preis gefordert. Die DB kommt dieser Forderung zum 14. Dezember nach.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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