Keine Rolle rückwärts im Klimaschutz – Versäumnisse heute werden uns in wenigen Jahren einholen

Gemeinsame Pressemitteilung WWF Deutschland, Verkehrsclub Deutsch­land, Die Klima-Allianz, Berlin, 3.12.08

Angesichts des Treffens der EU-Umweltminister an diesem Donners­tag und Freitag sowie der bevorstehende Regierungs­erklärung von Kanzlerin Merkel zum EU-Klima­paket fordern die Klima-Allianz, der WWF und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein Ende der Ab­wärts­spirale im deutschen Klimaschutz. In den vergangenen Wochen hatte die deutsche Industrie unter dem Deck­mantel der Finanzkrise alle Register gezogen, um Klimaschutz und vor allem den Emissions­handel als Gefahr für den Standort Deutsch­land darzustellen.

Klimaschutz ist der Innovationsmotor der Zukunft und keine Kon­junk­tur­bremse. Zu viele Politiker sind aber der massiven Lobby­arbeit der Industrie auf den Leim gegangen“, kritisiert Regine Gün­ther, Leiterin Klima-und Energiepolitik der Umweltstiftung WWF. “Deshalb ist Deutschland in den europäischen Klimaverhandlungen zum Problemfall geworden. Setzt Deutschland sich mit seinen Forderungen in Europa durch, haben wir am Ende weniger Klima­schutz und weniger Innovationen statt mehr. Die USA werden in den nächsten Jahren verstärkt klimafreundliche Technologien erforschen und herstellen. Deutschland darf seinen Wett­bewerbs­vorteil nicht leichtfertig verspielen und auf Geschäftsmodelle von gestern setzen“, so Günther weiter. “Die EU muss jetzt die Forderungen Deutschlands zur Abschwächung des Pakets zurückweisen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, ergänzt: “Die Klimabilanz im Verkehr ist verheerend. In der EU sind die CO2-Emissionen im Verkehr, anders als in allen anderen Sektoren, angestiegen. Trotzdem wurden die CO2- und Ver­brauchs­grenz­werte für PKW von der deutschen Politik und der Auto­industrie verschleppt und verwässert – zum Schaden für das Klima und den Geldbeutel der Autofahrer. Wenn die deutsche Autoindustrie nicht endlich die Zeichen der Zeit erkennt und auf klimaschonendere Modelle setzt, werden sich die jetzigen Absatzprobleme vergrößern und Arbeitsplätze gehen verloren.” Aber auch weitere Maßnahmen zu mehr Klima­schutz im Verkehr würden in Deutschland nicht an­ge­gangen, so Lottsiepen weiter. “Insgesamt muss noch viel mehr getan werden, um den Verkehr auf umwelt­freundliche Verkehrs­mittel zu verlagern. Dafür müssen dringend der Öffent­liche Nah­verkehr ausgebaut und Verkehrs­lenkungs­maß­nahmen eingeführt werden.

Unter dem Motto “Große Konzerne – kleines Ver­ant­wortungs­be­wusst­sein” thematisiert die Klima-Allianz die rückwärtsgewandte Blockade­politik vor allem der Auto- und Energie­konzerne am Globalen Klimaaktionstag und ruft bundesweit zu Aktionen gegen besonders klimaschäd­liche Konzernen auf. “Dass mehr als 50 Gruppen aus allen Gesellschafts­bereichen am 6. De­zember eine Aktion durchführen, ist ein deutliches Zeichen an die Unternehmen, endlich ernsthaft Klimaschutz zu betreiben. Die Bürger wollen nicht länger hinnehmen, dass Konzerne Millionen für Werbungen ausgeben, in denen sie sich als große Klimaschützer verkaufen, davon ungeachtet aber an ihrem bisherigen Geschäftsmodell festhalten und auf Kosten der Allgemeinheit ihre Gewinne steigern. Die Konzerne müssen endlich lernen, flexibel an neue He­raus­forderungen heranzugehen und sich nicht mit aller Macht gegen Ver­änderungen zu stemmen“, so Christina Hering, Koordinatorin der Klima-Allianz.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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