VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 31/2008, Hannover, 3.12.08
„Gute Ansätze, aber noch viel zu tun in Niedersachsen!“/S-Bahn Hildesheim als Highlight, ländliche Region bleibt weiter außen vor
„Bahnfahrgäste in Hildesheim sind die Gewinner des diesjährigen Fahrplanwechsels in Niedersachsen, Verlierer ist nach wie vor die ländliche Region ohne Anschluss an den modernen Schienennahverkehr“, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Auch beklagt der VCD den Fortfall von einzelnen internationalen Fernzügen durch Niedersachsen.
Zum 14. Dezember 2008 erweitern die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), die Region Hannover und die Deutsche Bahn AG ihr Erfolgsmodell S-Bahn von Hannover sowohl über Sarstedt als auch über Lehrte nach Hildesheim. Moderne und behindertengerechte S-Bahnen werden nach Auffassung des Umwelt- und Verbraucherverbandes VCD zahlreiche neue Fahrgäste von den überlasteten Straßen auf die umweltfreundliche Schiene locken. „Für Hildesheim und die Kommunen entlang der neuen S-Bahnen ist der Fahrplanwechsel ein großer Erfolg!“, so Frömming.
Allerdings bedauert der VCD, dass im Hinterland von Hannover/Hildesheim gerade in der Touristikregion Harz wichtige Anschlüsse vom Regionalexpress Hannover – Goslar – Halle in Salzgitter verloren gehen. Zusammen mit anderen Verbänden hatte der VCD versucht, auf die Fahrplangestaltung noch Einfluss zu nehmen. Gerade Fahrgäste aus dem Westharz, beispielsweise aus Herzberg, Osterode oder Seesen, sehen bestenfalls demnächst nur noch die Rückleuchten ihres bisherigen Anschlusszuges in Richtung Hannover. „Jetzt besteht die Gefahr, dass frühestens im Jahr 2010 die Anschlüsse wieder hergestellt werden; das ist absolut nicht einsichtig, wenn man dauerhaft Kunden an die Bahn binden möchte“, so Frömming.
Kritisch sieht der VCD auch den Fortfall der einzigen direkten Fernzug-Verbindung von Hamburg über Bremen und Osnabrück nach Brüssel. Auch ein wöchentlicher Urlauberzug von Hamburg nach Oberösterreich/Italien verschwindet im Dezember aus dem Fahrplan.
Als problematisch sieht der VCD bevorstehende Gleisbauarbeiten auf wichtigen Hauptachsen, zum Beispiel von Hannover nach Bremen und Hamburg, an. Wegen der erforderlichen Arbeiten fallen teilweise ohnehin schon stark ausgelastete Züge aus oder fahren zu ungünstigeren Zeiten. Hier erwartet der VCD frühzeitige ausreichende Informationen und qualitativ hochwertige Ersatzverkehre. Ersatzlose Streichungen und kurzfristige Änderungen führen nach Auffassung des VCD mit Sicherheit zu erhöhten Frustrationen bei allen Beteiligten.
Der neue Fahrplan enthält auch in diesem Jahr immer noch keine neue Bahnstrecke, die für Personenverkehre reaktiviert wurde. „Das Land verpasst weiter den eigenen Anspruch zur Entwicklung der ländlichen Regionen!“, so Frömming. Noch nicht einmal auf der „Top-Strecke“ für Reaktivierungen, der Linie Rinteln – Stadthagen, verkehren zum Fahrplanwechsel wieder moderne Triebzüge. „Aber wir sind guten Mutes, dass sich die Landesregierung der Wiederinbetriebnahme von wichtigen Regionalstrecken nicht dauerhaft erwehren kann!“, so Frömming.
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Autor: VCD Niedersachsen.
Tags: Fahrplan, Fahrplanwechsel, LNVG, Nahverkehr (ÖPNV)