CSU entlässt Autobauer aus der Pficht

VCD-Pressemitteilung 82/08 – Berlin, 24.11.08
Aufgeweichter Klimaschutz hilft Standort Deutschland nicht

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt vor einer Rolle rück­wärts in der Klimapolitik. Die Finanzkrise dürfe von deutschen Po­li­ti­kern nicht dazu benutzt werden, wichtige umweltpolitische Maß­nahmen wie den CO2-Grenzwert für Pkw weiter zu verwässern. Die Forderung von Wirtschaftsminister Michael Glos und Bayerns Minister­präsident Horst Seehofer, Autohersteller aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage nicht zusätzlich mit Klima­schutz­auf­lagen zu belasten, entblöße nicht nur die klima- sondern auch die arbeitsmarktpolitische Kurzsichtigkeit der CSU-Politiker.

Glos und Seehofer reihen sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Riege derjenigen ein, die der Autolobby nach dem Mund re­den. Im Autoland Deutschland soll der Klimaschutz aufgrund der Fi­nanz­krise aufs Abstellgleis geschoben werden. Doch damit schnei­den sich die Politiker doppelt ins Fleisch: Verschlafen wir dringend notwendige Innovationen für umweltfreundlichere Autos, heizt das nicht nur das Klima weiter an. Dann wird auch der Wirt­schafts­standort Deutschland leiden“, kritisiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.

Nicht ein CO2-Grenzwert von 120 Gramm ab 2012 vernichte Ar­beits­plätze, wie Seehofer glauben machen wolle. Im Gegenteil sei ein stren­ger Grenzwert unverzichtbar, um die Autoindustrie zukunfts­fähig zu machen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, so der VCD. Absatzprobleme und der Verlust von Arbeitsplätzen drohe der deutschen Automobilindustrie hingegen, wenn sie wie bisher auf große und spritfressende Pkw setze. Dies zeige auch der Fall General Motors.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Seit Jah­ren bremsen die deutschen Autobauer den dringend not­wen­di­gen Wandel hin zu klimaschonenden Fahrzeugen. Und das, obwohl sie fette Gewinne eingefahren haben und auch in diesem Jahr wieder Rekordergebnisse anstreben. Wer jetzt kurzfristig denkt und die Autoindustrie durch viel zu lasche Vorgaben schützen zu müssen meint, ist am Ende mitverantwortlich für die hohen Folgekosten des Klimawandels und für lang­fristige Ab­satz­probleme einer ganzen Branche.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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