CO2-Grenzwert droht endgültig zu verwässern

VCD-Pressemitteilung 81/08 – Berlin, 21.11.08
VCD setzt beim Klimaschutz im Verkehr auf das Europäische Parlament und zukunftsorientierte EU-Länder

Nach letzten Meldungen aus Brüssel haben sich wichtige EU-Staaten in einem informellen Treffen darauf geeinigt, einen durch­schnitt­lichen CO2-Grenzwert von 130 Gramm pro Kilometer für Neuwagen auf 2015 zu verschieben. Damit wollen Deutschland, Frank­reich, Italien und Großbritannien dem Drängen der Auto­industrie nachkommen und Anstrengungen für mehr Klima­schutz im Verkehr weiter auf die lange Bank schieben.

Es ist ein Skandal, dass sich allen voran Deutschland zum Hand­langer der Autohersteller macht und die notwenigen Rahmen­bedingungen für wirksamen Klimaschutz im Verkehr verwässert und verzögert. Damit hat sich die Bundesregierung in diesem Punkt endgültig diskreditiert“, urteilt Michael Gehrmann, VCD-Bundes­vorsitzender. In der Konsequenz würden wertvolle Jahre beim Handeln gegen den Klimawandel verschenkt und die Weiter­ent­wicklung der Autoindustrie in eine zukunfts­fähige Branche weiter hinausgeschoben. Gehrmann: “Am Ende dieses Weges stehen viele Verlierer: das Klima, die Autofahrer, die bei langfristig steigenden Kraft­stoffpreisen draufzahlen, und die Autoindustrie selbst, die ohne einen schnellen Umbau schlechte Über­lebens­chancen hat, wie man derzeit in den USA sieht.

Der VCD setzt jetzt auf zukunftsorientierte EU-Staaten und das Europäische Parlament. In für die kommende Woche angesetzten Ge­sprächen müssten Mitgliedsstaaten, die sich nicht im Würgegriff der Autoindustrie befänden, am ursprünglichen Vorschlag von Um­welt­kommissar Dimas festhalten und der Autolobby klare Vorgaben machen. “Auch das Europäische Parlament darf dem Druck jetzt nicht nachgeben“, fordert Gerd Lottsiepen, ver­kehrs­politischer Sprecher des VCD. Der Umweltausschuss hatte sich Ende September klar für den ursprünglichen Gesetzentwurf der EU-Kommission ausgesprochen, wonach alle in Europa verkauften Neuwagen bereits ab 2012 im Schnitt nur noch 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen sollen. Das entspricht einem Verbrauch von 5,5 Litern Benzin bzw. 4,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern.

Lottsiepen: “Wir appellieren an die europäischen Umwelt- und Industrie­politiker, sich nicht von den Klageliedern der Autohersteller einlullen zu lassen. Wer jetzt kurzfristig denkt und die Autoindustrie durch viel zu lasche Vorgaben schützen zu müssen meint, ist am Ende mitverantwortlich für die hohen Folgekosten des Klimawandels und für langfristige Absatzprobleme einer ganzen Branche.

Verwandte Artikel

Autor: VCD-Bundesverband.

Tags: , , , ,

4 Antworten zu “CO2-Grenzwert droht endgültig zu verwässern”

  1. Jens sagt:

    Welchen Status hat die Vorlage derzeit? Gibt es einen Link zu PreLex o.ä.? Oder ist das hier politischer Aktivismus 1.0? Man haut eine Pressemitteilung raus und das war’s dann, aber die Basis wird nicht informiert?

  2. Moritz sagt:

    @ Jens

    Dienen gerade Pressemitteilungen nicht auch der Information der Basis?
    Und ist es nicht so, daß Pressemitteilungen vorrangig dazu dienen, aktuelle Ereignisse zu kommentieren, nicht aber unbedingt geeignet sind, um Hintergründe aufzutröseln (dafür gibt es Hintergrundpapiere und direkte Journalistenkontakte)? Lehrt einen zumindest jede Journalistenschule…

  3. Werner Korn sagt:

    Nun, es macht ja nur Sinn, sich in die Diskussion einzumischen, so lange sie noch im Gange ist. Wenn die gesetzlichen Regelungen erst einmal durchgewunken sind, ist jede Liebesmüh verloren.

  4. Jens sagt:

    Und, welchen Status hat das Verfahren zur Zeit?

Hinterlasse eine Antwort