Bundesrat entscheidet über Erhöhung der Lkw-Maut

VCD Pressemitteilung 76/08 – Berlin, 06.11.2008
VCD warnt Bundesländer: Mautblockade macht krank und reißt Haushaltslöcher auf

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt die Bundesländer davor, bei ihrer morgigen Abstimmung im Bundesrat die verabredete Erhöhung der Lkw-Maut und ihre stärkere Spreizung nach Schad­stoff­klassen doch noch zu blockieren. Damit würde der letzte ver­bliebene Punkt der Meseberger Beschlüsse im Bereich Verkehr ad acta gelegt. “Alle Bundesländer, die morgen eine Erhöhung der Maut ablehnen, sind für die viel zu hohe Belastung vieler Millionen Men­schen mit krebserregenden Rußpartikeln verantwortlich. Außer­dem torpedieren sie den Klimaschutz, denn die höhere Maut soll auch den Anreiz verstärken, Transporte zu vermeiden oder auf die um­welt­schonendere Bahn zu verlagern“, sagt Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand.

Nach Informationen des VCD zeichnet sich im Vorfeld der morgigen Bun­des­ratssitzung zunehmender Widerstand der Bundesländer ge­gen die Mauterhöhung ab. Der Umwelt- und Verbraucherverband erinnert die Länderverkehrsminister daran, dass sie sich erst vor einem Monat auf der Verkehrsministerkonferenz in Dessau mit dem Bund auf die Anhebung der Maut geeinigt hätten, wenn auch auf ge­rin­gerem Niveau. Danach sollte insbesondere der Mautsatz für Euro 3-Fahrzeuge weniger stark angehoben werden als ursprünglich geplant. “Schon dieser Kompromiss war ein Rückschlag für den Umwelt- und Gesundheitsschutz, da er den Ansporn verringert, Last­wagen der Schadstoffklasse Euro 3 mit einem Partikelfilter gegen Feinstaub nachzurüsten“, erklärt Heidi Tischmann, VCD-Ver­kehrs­referentin.

Falls die Verordnung jetzt gänzlich scheitere, werde es im ge­sam­ten nächsten Jahr keine Anpas­sung der Mautsätze gaben. Das ge­he nicht nur zulasten von Mensch und Umwelt, sondern reiße auch neue Haushaltslöcher auf. Denn für 2009 seien bereits finanzielle Ent­lastungen für die deutschen Spediteure in Höhe von 600 Millionen Euro beschlossen worden. “Wenn die Mauterhöhung im Gegen­zug nicht kommt, bedeutet dieser Betrag eine steuer­finanzierte Subvention für die Logistikbranche. Das ist nicht hin­nehm­bar“, empört sich Tischmann. “Außerdem übersteigen allein die Infrastrukturkosten, die der Schwerlastverkehr jährlich ver­ur­sacht, mit fast 5 Milliarden Euro schon heute die Einnahmen aus der Maut erheblich. Die externen Kosten für Umwelt- und Ge­sund­heits­schäden sind da noch nicht mal eingerechnet.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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