Reform der Kfz-Steuer und geplante Wirtschafts­förderung müssen Klimazielen dienen

VCD-Pressemitteilung 72/08 – Berlin, 21.10.08
Bundesregierung diskutiert Konjunkturmaßnahmen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) fordert die Regierungen von Bund und Ländern auf, im Zuge der geplanten Kon­junk­tur­maß­nahmen die seit Jahren verschleppte Reform der Kfz-Steuer zügig umzusetzen. Mit einer Neufassung der Steuer müsse ein starker Anreiz geschaffen werden, sich beim Kauf eines Neuwagens für ein sparsames und damit klimaschonendes Modell zu ent­schei­den. “Die Regierung hat schon in ihrem Koalitionsvertrag von 2005 eine Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis ver­sprochen. Doch bisher ist das Projekt immer wieder blockiert worden“, kritisiert Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand. Zuletzt habe Bundes­wirt­schafts­minister Michael Glos eine Einigung inner­halb der Bundes­regierung verhindert. Vogt: “Es ist schon dreist, wenn nun aus­ge­rech­net der Wirtschaftsminister nach der Reform der Kfz-Steuer ruft und die Schuld für das bisherige Versagen den Ländern zuschiebt. Immerhin ist er selbst maß­geblich dafür verantwortlich, dass die Regierung diese wichtige Maß­nahme für mehr Klimaschutz bisher nicht umgesetzt hat.

Der VCD verlangt von der Bundesregierung, bei der anstehenden Dis­kussion um Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung den Klima­schutz zum wichtigsten Entscheidungskriterium zu machen. Wer jetzt wie die Union beispielsweise den Straßenneubau fördern oder die Aut­oindustrie vor vermeintlichen Belastungen durch wirksame CO2-Grenzwerte schützen wolle, bekomme die Rechnung später in Form höherer Folgekosten durch Gesundheits-, Umwelt- und Klima­schäden doppelt zurück. “Kurzfristiges Denken kommt uns alle auf Dauer teuer zu stehen. Das sollte die Finanzkrise eigentlich zur Genüge deutlich gemacht haben“, warnt Gerd Lottsiepen, verkehrs­politischer Sprecher des VCD.

Bei der Neufassung der Kfz-Steuer müsse die Politik den Klima­schutz deshalb ernst nehmen und ein ambitioniertes Modell vor­le­gen. Lottsiepen: “Eine Reform der Kfz-Steuer lohnt sich nur, wenn sie dadurch eine Lenkungswirkung zugunsten spritsparender, klima­schonen­der Autos bekommt.” Dies könne erreicht werden, wenn sprit­fressende Klimakiller wesentlich höher besteuert und energie­effiziente Fahrzeuge deutlich bessergestellt würden als heute. Der VCD habe bereits Anfang 2007 ein detailliertes Kfz-Steuer-Modell vorgelegt, das diese Voraussetzungen erfülle und der Regierung als Vor­lage dienen könne.

Informationen zum VCD-Modell im Internet unter www.vcd.org/kfz-steuer.html

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Autor: VCD-Bundesverband.

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