Inbetriebnahme Elektronisches Stellwerk Harz-Weser

Pressemitteilung 26/2008, VCD-Landesverband Niedersachsen, 1. Oktober 2008 Hannover/Göttingen
Fortschritt mit Schönheitsfehlern/Tempo 60 nicht mehr zeitgemäß

Der Umwelt- und Verbraucherverband VCD Niedersachsen begrüßt das neue elektronische Stellwerk zur Steuerung der Bahnlinien im Weser­bergland, das ab dem 10. Oktober die veraltete Signaltechnik mit Seilzügen ablöst. Martin Mützel, stellvertretender Landes­vor­sitzender: „Das ist ein richtiger, überfälliger Schritt.“ Enttäuscht ist der VCD jedoch darüber, dass weder der ursprünglich an­ge­kün­dig­te Streckenausbau noch die Sicherung der Bahn­übergänge erfolgten. Mützel: „Tempo 60 ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Hier haben Bahn, Land und Bund Schwarzer Peter auf dem Rücken der Fahrgäste gespielt!

Der VCD weist darauf hin, dass die Verbindung Göttingen–Boden­felde die kürzeste Strecke zwischen der Universitätsstadt und dem Ruhrgebiet ist, die Bahn Northeim–Bodenfelde–Paderborn ist Teil der kürzesten Verbindung zwischen Köln und Leipzig. Derzeit brauchen die Züge jedoch 44 Minuten für die 37 Kilometer von Göttingen an die Weser. Mützel: „Da auch die Um­steige­ver­bindungen über Kassel teuer oder langsam sind, würden viele Fahrgäste schnellere Ver­bin­dun­gen mit guten An­schlüssen nutzen“. Um die Ge­schwin­dig­keit zu erhöhen, müssen Bahn­über­gänge gesichert und einzelne der neu aufgestellten Signale wieder verlegt werden. Der notwendige Ausbau wird damit teurer, als wenn er zusammen mit dem neuen Stellwerk erfolgt wäre.

Die Sicherung der Bahnübergänge würde nicht nur Unfallgefahren reduzieren, sondern auch eine Geschwindigkeitserhöhung der Züge ermöglichen und den Anwohnern die Pfeifsignale der Züge ersparen.

Die Verantwortung dafür sieht der VCD zu gleichen Teilen bei der Bahn als Eigentümerin der Strecke, dem Land als Verantwortlichen für den Schienennahverkehr und dem Bund als Bahneigner und Auf­steller von Förderrichtlinien. Mützel: „Da hat auf allen Seiten Spar­samkeit und Bequemlichkeit über den Willen zur konstruktiven Gestaltung gesiegt“. Der VCD weist auf die parallelen Orts­um­fahrungen von Adelebsen, Lenglern und Holtensen gewesen. Mützel: „Die hat man gewollt und unkonventionell finanziert. Wieso nicht die Bahn?

„Mit Sorge“ betrachtet der VCD zudem die Pläne der Deutschen Bahn, die meisten Intercityhalte in Northeim und Kreiensen er­satz­los zu streichen. Derzeit sind die Fahrpläne von Nordhausen und Bodenfelde nach Northeim und von Holzminden nach Kreiensen auf den IC ausgerichtet. Mützel: „Hier muss eine Lösung her, damit man auch zukünftig schnell von Holzminden nach Hannover und vom Harz nach Kassel kommt“.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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