Elf neue Umweltzonen starten bundesweit

VCD-Pressemitteilung 67/08 – Berlin, 30.09.08
VCD begrüßt Maßnahme gegen Feinstaub und fordert weitergehende Zufahrtsbeschränkungen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt die Einrichtung von elf neuen Umweltzonen als klares Signal für die bundesweite Fein­staub­bekämpfung. Ab morgen gelten in zahlreichen Städten des Ruhr­gebiets – darunter Dortmund, Essen und Gelsenkirchen – sowie in Frankfurt am Main und München großflächige Zu­fahrts­beschränkungen für Fahrzeuge mit hohem Schad­stoff­ausstoß. “Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu sauberer Luft für alle“, kommentiert Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundes­vorstand den Start der Umweltzonen. Er ist sicher: “Mit der Verschärfung der Zufahrtsbedingungen in den Folgejahren werden sie sich als wir­kungs­volle Maßnahme gegen krankmachenden Fein­staub er­weisen.

Vorbildlich seien die Regelungen in Berlin und Hannover, wo ab 2010 nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Umweltzone fahren dürfen. Aus Sicht des VCD sollte diese Regelung möglichst schnell für alle Umweltzonen gelten. Damit würde auch der Druck erhöht, alle Lkw und Transporter mit geschlossenen Partikelfiltern aus­zu­statten. Denn bisher seien Nutzfahrzeuge bei der Fein­staub­be­kämpfung viel zu wenig berücksichtigt worden. “Das ist aber wichtig, da insbesondere Laster und Transporter große Mengen an Feinstaub aus­stoßen“, erklärt Heiko Balsmeyer, VCD-Verkehrs­referent. Einen zusätzlichen Anreiz für die Nachrüstung von Nutz­fahrzeugen mit Partikelfiltern könne ein entsprechendes Förder­programm geben, dass die Bundesregierung jetzt schnell auflegen müsse.

Aus Sicht des VCD bleibt der Gesundheitsschutz in Nordrhein-West­falen mit der morgen in Kraft tretenden Regelung hinter dem Mach­baren zurück, da es nicht gelungen sei, sich auf eine große Umwelt­zone für das gesamte Ruhrgebiet zu einigen. “Aufgeschoben heißt aber nicht aufgehoben“, erläutert Balsmeyer. 2010 erfolge eine Überprüfung der bisherigen Maßnahmen. “Wenn bis dahin keine nach­haltige Verbesserung bei der Belastung mit Feinstaub ein­getreten ist, öffnet ab 2011 die Großumweltzone Ruhrgebiet ihre Pforten ausschließlich für saubere Fahrzeuge“, so Balsmeyer.

Positiv zu bewerten sei, dass die kuriose Mini-Zone in Dortmund nun ein Ende habe und von einer umfassenden Umweltzone mit 19 Quadratkilometern Ausdehnung abgelöst werde. Bisher war lediglich die Brackeler Straße auf 600 Metern als Umweltzone deklariert. “Das war für das Ansehen dieses wichtigen Instrumentes in der Öffent­lich­keit nicht gerade förderlich“, meint Balsmeyer. Er­freulicher­weise hätten sich auch die Verantwortlichen in München und Frankfurt am Main zur Errichtung einer Umweltzone durchringen können. In Frankfurt weise sie mit 110 Quadratkilometern eine beachtliche Größe auf. Balsmeyer bemängelt: “Der Flughafen liegt allerdings außerhalb dieser Zone.” Aus Sicht des VCD wäre es dringend notwendig, auch die Feinstaubbelastung durch Flugzeuge und Fahrzeuge auf und um den Flughafen zu reduzieren.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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