Besser Radfahren in Ludwigsburg

Gemeinsame Pressemitteilung VCD/ADFC Ludwigsburg, 25. September 2008
Ludwigsburger Verbände fordern Gemeinderat und Einzel­handel auf, endlich für Verbesserungen im Rad­wege­netz zu sorgen

Die Radinitiative Ludwigsburg ist empört: seit Jahren verzögere der Ludwigsburger Gemeinderat dringend notwendige Maßnahmen, um die für Radfahrerinnen und Radfahrer unzumutbare Situation in der Stadt endlich zu entschärfen. Lediglich drei Projekte seien bisher realisiert worden, obwohl dem Gemeinderat seit 2003 ein Konzept für ein verbessertes Radwegenetz vorliege, so die Initiative weiter. Sie ist ein Zusammenschluss verschiedener Verbände wie dem Ver­kehrsclub Deutschland (VCD) e.V., dem Allgemeinen Deutschen Fahr­rad­club (ADFC) und der IG Metall.

Die missliche Situation der Radfahrerinnen und Radfahrer in Lud­wigs­burg ist allgemein bekannt“, erklärt der Vorsitzende des VCD-Kreisverbandes Andreas Stier, „dennoch stellen die politisch Verantwortlichen immer noch die Bedürfnisse des Autoverkehrs bei verkehrspolitischen Entscheidungen in den Vordergrund.“ Stier fordert die Kommunalpolitiker deshalb auf, sich in der von hohen Fein­staub- und Lärmemissionen geplagten Stadt endlich für den klima­freundlichen und abgasfreien Fahrradverkehr einzusetzen.

Trotz jahrelanger Diskussionen und der Verabschiedung eines Maßnahmenkataloges Ende 2006 im Gemeinderat zum Ausbau des Radverkehrs, bliebe das Ergebnis weiterhin dürftig, kritisiert Stier. Lediglich eine bessere Beschilderung der Radwege und mehr Öffentlichkeitsarbeit seien konkret in Planung.

Dabei könnte auch der städtische Einzelhandel von einem durch­gängigen Radwegenetz profitieren“, erläutert Susanne Leidenroth vom ADFC-Kreisverband Ludwigsburg, „denn die radfahrenden Kunden kaufen im Vergleich zur Kundschaft, die mit dem Auto vorfährt, deutlich häufiger ein.“ Deshalb appelliert Leiden­roth an die Einzelhändler, ihrer fahrradfahrenden Klientel mit Schließ­fächern im Zentrum und geeigneten Abstellplätzen vor dem Laden noch mehr Anreize zu bieten und den gleichen Bonus wie bei der Anreise mit dem Pkw einzuräumen.

Die Radinitiative Ludwigsburg veranstaltet am Freitag, 10. Oktober, eine Fahrrad-Demonstration in Ludwigsburg, um auf ihre For­de­rungen aufmerksam zu machen. Eingeladen sind alle Interessierten, die auf ihren Rädern, Rollern, Inlinern oder Skate­boards die Initiative unterstützen wollen.

Weitere Infos zur Raddemo unter Besser Radfahren in Ludwigsburg! – Rundfahrt durch die Innenstadt

Hintergrundinformationen:
Bereits 1997 erstellte ein Planungsbüro im Auftrag des Ludwigsburger Gemeinderats einen Verkehrsentwicklungsplan und stellte erhebliche Missstände beim städtischen Radwegenetz fest. So seien die Radwege in Ludwigsburg nicht durchgängig befahrbar, an den Kreuzungen müssten von den Radfahrerinnen und Rad­fahrern oft unzumutbar lange Wartezeiten in Kauf genommen werden und die Weiterfahrt würde von bestehenden Einbahnstraßen zusätzlich behindert.

Jüngstes Beispiel für die ablehnende Haltung des Gemeinderats zur Um­setzung des Maßnahmenkataloges sei der Vorschlag der Stadt­verwaltung, die für Radler gefährliche Querung der B 27 von der Robert-Franck-Allee in die Richard-Wagner-Straße zu entschärfen. Im Ludwigsburger Gemeinderat konnte dafür keine Mehrheit gefunden werden, obwohl der Autoverkehr von dieser Maßnahme nicht beeinträchtigt gewesen wäre.

In der Radinitiative haben sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V., der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), die Natur­freunde, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die IG Metall, die Schutzgemeinschaft Strombergstraße und das Stadt­mobil zusammengeschlossen.

Die Radinitiative will solange aktiv bleiben, bis ein Umdenken in der Ludwigsburger Verkehrspolitik einsetzt und ein attraktives Rad­wege­netz zum Radfahren einlädt.

Weitere Infos sowie ein Plan zum Radwegezielnetz 2010 mit den geplanten Maßnahmen unter Der lange Weg zum Ludwigsburger Radwegenetz

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Autor: VCD Baden-Württemberg.

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