VCD begrüßt Entscheidung gegen kundenfeindlichen Ticketaufschlag und warnt vor Schalterschließung

VCD-Pressemitteilung 60/08 – Berlin, 12. September 2008
Deutsche Bahn AG zeigt Einsehen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, den geplanten Zuschlag für Tickets am Schal­ter zurückzuziehen. Es sei weder gerechtfertigt noch ver­mittelbar gewesen, ausgerechnet die Kundinnen und Kunden, die auf persönliche Beratung und Verkauf am Schalter angewiesen seien, mit einem Strafzuschlag von 2,50 Euro pro Strecke zur Kasse zu bitten. “Dank des Widerstandes von Verbraucherverbänden wie dem VCD und seitens der Politik hat nun auch der Vorstand der Deutschen Bahn eingesehen, dass eine derart dreiste Abschreckung vom Bahnschalter nicht durchsetzbar ist“, kommentiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.

Als Begründung für den Bedienzuschlag hatte die Bahn steigende Kosten beim Schalterpersonal geltend gemacht. Deshalb sieht der VCD die Gefahr für den personenbedienten Verkauf noch nicht ge­bannt. “Wenn die Bahn die Einnahmen am Schalter nun nicht wie geplant erhöhen kann, wird sie versuchen, die Kosten zu senken. Das bedeutet weiteren Personalabbau bis hin zum Schließen kompletter Schalter an kleineren Bahnhöfen“, befürchtet VCD-Verkehrs­referentin Heidi Tischmann.

Der VCD warnt die DB AG davor, sich mit ihrem Serviceangebot weiter aus der Fläche zurückzuziehen. Seit 2003 habe das Unter­nehmen die Zahl der Reisezentren bereits von 1100 auf 700 reduziert. Tischmann: “Menschen, die sich mit modernen Medien wie Internet oder Automaten nicht auskennen oder keinen Zugang dazu haben, dürfen nicht allein gelassen werden. Sie können die umwelt­schonende Bahn sonst nicht nutzen. Damit gehen der Bahn Kundinnen und Kunden verloren und den Menschen eine wichtige Alternative für ihre Mobilität.

Mit dem Aus für den Bedienzuschlag ist die DB AG den Forderungen des VCD bereits in einem zweiten wichtigen Punkt nachgekommen. Erst vor zwei Wochen hatte der Konzern mitgeteilt, dass mit dem Fahr­planwechsel im Dezember die Nummern für telefonische Beratung und Verkauf vereinheitlicht und die Preise gesenkt würden. Der VCD Bahntest 2008 über die telefonische Beratungs­qualität bei der Bahn war zu dem Ergebnis gekommen, dass insbesondere die Kosten für Beratung und Ticketkauf am Telefon zu hoch und intransparent sind. “Wir sind froh, dass das Unternehmen unsere Analyse ernst genommen und Konsequenzen daraus gezogen hat. Nur wenn die Bahn Kritik von Kundinnen und Kunden ernst nimmt und darauf reagiert, kann sie sie dauerhaft für sich gewinnen“, erklärt Tischmann.

Verwandte Artikel

Autor: VCD-Bundesverband.

Tags: , , , , , ,

Eine Antwort zu “VCD begrüßt Entscheidung gegen kundenfeindlichen Ticketaufschlag und warnt vor Schalterschließung”

  1. VCD-Blog sagt:

    Doch noch ein Bedienzuschlag?…

    Wie der Spiegel in seinem Artikel Bedienzuschlag-Mehdorn lässt nicht locker berichtet, ist der Bedienzuschlag doch noch nicht ganz vom Tisch. So heißt es dort:
    Gibt Hartmut Mehdorn tatsächlich klein bei und verzichtet auf den Bedienzusch…

Hinterlasse eine Antwort