Bahnbörsengang – Auswirkungen in Niedersachsen

Pressemitteilung 24/2008 VCD-Landesverband Niedersachsen, 20.08.08, Hannover/Cuxhaven
Bahn-Börsengang und gekappte Schienen-Infrastruktur

VCD: Reisende nach Cuxhaven müssen mit Bussen fahren, weil nach Gleisabbau zuwenig Gleise zur Verfügung stehen/Schlechtes Beispiel Cuxhaven – Bremerhaven gerügt

Als schlimmes Beispiel für den radikalen Abbau der Gleisinfrastruktur im Vorgriff auf den Bahn-Börsengang rügt der Verkehrsclub Deutsch­land (VCD) zum wiederholten Male die Verbindung von Bremen nach Cux­haven. Seit Beginn dieser Woche müssen noch bis zum 27. August 2008 Bahn-Fahrgäste in Busse umsteigen, weil für Güter­züge nicht genügend Gleise zur Verfügung stehen.

Hintergrund: Gegen die heftige Kritik des VCD entfernte die Deut­sche Bahn AG wie an vielen Stellen in Deutschland im Sommer 2005 ein Überholgleis im Bahnhof Nordholz auf der Regionalstrecke von Bremer­haven nach Cuxhaven. Die im Stundentakt verkehrenden Trieb­züge der Nordseebahn können sich seither nur noch in Dorum begegnen. Güterzüge nach Cuxhaven müssen daher ausschließlich die Route von Hamburg über Stade nutzen. „Wegen umfangreicher Bau­arbeiten entfallen derzeit einige Regionalzüge“, erklärt die Deutsche Bahn AG auf ihrer Homepage. „Bei diesen Bauarbeiten handelt es sich aber um Maßnahmen auf der Strecke nach Ham­burg, so dass die Gütertransporte nach Angaben des VCD inzwischen zum dritten Mal über Bremerhaven verkehren und somit für Einschnitte im Personennahverkehr sorgen“, so Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender. „Für die Verlagerung von weiteren Personen- und Güterverkehren von der Straße auf die Schiene benötigen wir mehr, nicht immer weniger Gleis­kapazitäten. Die realpolitische Entwicklung der Transport­mengen beißt sich mit dem radikalen Rückbau der Schienen durch die DB im ganzen Land.

Der VCD bemängelt, dass die Politik in Niedersachsen dem „Raub­bau“ an der öffentlichen Schieneninfrastruktur durch die DB auf ihren Weg zur Börse zusieht und sich stattdessen auf wenig effektive, dafür Milliarden Euro konsumierende Großprojekte mit spär­lichen Nutzen konzentriert. Als Beispiel nennt der Verband die heftig um­strittene Y-Trasse von Bremen/Hamburg nach Hannover. „Po­li­ti­ker neigen leider zu Prestigeprojekten ohne große ver­kehr­liche Wirkung. Viele nutzbringende kleinteilige Maßnahmen im gesamten Netz, wie die kurzfristige Wiederherstellung der Schienen in Nordholz, versprechen offensichtlich weniger positive Schlag­zeilen für die Landespolitiker als ein im Vergleich dazu wirkungs­loses Großprojekt.“, bedauert Frömming.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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