Bundesländer wollen Maut-Erhöhung stoppen

VCD Pressemitteilung 51/08 – Berlin, 06.08.08
VCD warnt Länder: mehr Kostenwahrheit im Güterverkehr unabdingbar und überfällig

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt die Bundesländer eindringlich davor, die von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefen­see ab 2009 geplante Erhöhung der Lkw-Maut im Bundesrat zu stoppen. Es sei überfällig, den Straßengüterverkehr endlich stärker an den hohen Kosten für den Erhalt der Infrastruktur zu beteiligen. Schließlich seien Lkw die Hauptverursacher von Straßen­schäden. Schon die letzte Wegekostenrechnung der Bundes­regierung habe gezeigt, dass die bisherigen Mauteinnahmen nicht einmal die durch den Schwerlastverkehr verursachten Infra­struktur­kosten decken. Externe Kosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Unfallfolgen würden mit der für 2009 geplanten Anhebung der Maut noch nicht einmal ansatzweise gedeckt.

Was einige Länder jetzt im braven Gefolge des bayerischen Wahl­kampfgetöses versuchen, ist geradezu unverschämt“, kritisiert VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann den jüngsten Vorstoß. “Auf der einen Seite beklagen sie lautstark zunehmenden Lkw-Verkehr, immer mehr Staus und Unfälle. Auf der anderen Seite wollen sie schon die kleinste Maßnahme verhindern, den Straßen­güter­verkehr in verträglichere Bahnen zu lenken. Das ist verlogen und kurzsichtig.

Die hohe Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch den Güter­verkehr koste die Allgemeinheit immense Beträge. Deshalb müssten so schnell wie möglich Maßnahmen ergriffen werden, um unnötige Transporte zu vermeiden und notwendige umweltschonender ab­zu­wickeln. Mehr Kostenwahrheit könne dabei einen guten Beitrag leisten. Deshalb sei es richtig, die Mautsätze für Lkw anzuheben. Zudem sehe das Konzept von Tiefensee starke Anreize für eine bessere Umwelttechnologie vor, indem die Maut stärker nach Schad­stoff­klassen gestaffelt werde.

Lkw mit niedrigen Schadstoffemissionen sollen künftig nur noch etwa halb so viel Maut pro Kilometer zahlen wie die schlimmsten Dreckschleudern. Das ist das richtige Signal für Hersteller und Unternehmen, jetzt schnell auf wirksame Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren zu setzen“, erklärt Heiko Balsmeyer, VCD-Verkehrsreferent. Die negativen Folgen von Dieselruß und Stick­oxiden für die Gesundheit seien inzwischen hinreichend belegt. Balsmeyer: “Mit der Mauterhöhung besteht deshalb die Chance, gleichzeitig etwas für die Infrastruktur, den Klimaschutz und den Gesundheitsschutz zu erreichen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “Bundesländer wollen Maut-Erhöhung stoppen”

  1. eizi sagt:

    Man kann die Argumente, die beide Seiten aufführen, wohl sehr unterschiedlich anwenden und auslegen. Anders sind die Aussagen der bayerischen Verkehrsministerin nicht zu erklären http://www.dvz.de/index.php?id=329&uid=4527

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