Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, Leipzig, 3. Juli 2008
Leipzig wird zum Lärmmüllplatz Europas, wenn sich die Politik nicht um 180° dreht
“Wenn Ministerpräsident Tillich wiedermal lauthals den Flughafenausbau Leipzigs zur Förderung des Logistikstandortes fordert und diesen als “Jobmotor” feiert, ohne dabei aber ein Wort zur Fluglärmproblematik zu verlieren, dann ist das ein Hohn für zehntausende Leipziger, die darunter leiden.” Matthias Reichmuth, stellvertretender Vorsitzender im ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland LV Elbe-Saale, setzt fort: “Werden monatelang bzw. jahrelang Forderungen seitens Bürgerinitiativen und der Interessengemeinschaft nach einem Nachtflugverbot bei der sächsischen Regierung nicht wahrgenommen, dann erzeugt das tiefen Frust bei der Bevölkerung und führt zu Politikverdrossenheit.”
Wer von einem “Jobmotor Flughafen” redet und gleichzeitig die europaweite und internationale Bedeutung beschwört, der müsse auch die Kehrseite der Medallie zeigen: Jobs die in Leipzig entstehen, fallen gleichzeitig am alten DHL-Standort in Brüssel reihenweise weg. Mit einem Frachtflughafen, wie dem in Leipzig schaffe man ideale Voraussetzungen für Billigimporte aus Fernost, so Reichmuth. “Man müsse auch einmal nachrechnen wieviele Jobs mit den vielen Millionen an Steuergeldern für den Flughafen in Hightech-Industrien und Erneuerbaren Energien hätten entstehen können. Sollte sich in ein paar Jahrzehnten nur nach eine reiche Oberschicht aufgrund exorbitant hoher Kerosinpreise Flugfracht leisten können, dann wird der Flughafen Leipzig/Halle zum Milliardengrab.”
Mehr Informationen im Internet unter www.vcd.org/flugverkehr.html
Verwandte Artikel
Autor: VCD Elbe-Saale.
Tags: Flughafen, Flughafenausbau, Fluglärm, Flugverkehr, Nachtflugverbot