Mängel bei der Betriebssicherheit der Bahn dringend abstellen

Pressemitteilung 18/2008, VCD Hessen, Kassel, 28. Juni 2008

Signal-, Weichen- und Triebfahrzeugstörungen“ oder „Ober­leitungs­schäden“ seien nur einige der alltäglichen Schreckensmeldungen, die den Bahnreisenden inzwischen leider nur zu geläufig wären. Dazu kämen gehäufte Verspätungen und verpasste Anschlüsse, die das Fahren mit der Bahn immer mehr zum „Missvergnügen“ werden ließen, stellt der Landesverband Hessen des Verkehrsclub Deutsch­land (VCD) fest. Solche Betriebs­störungen hätten, je nach Jahres­zeit, für die betroffenen Fahrgäste stundenlanges Ausharren in brütend heißen Zügen oder nächtelanges Warten auf zugigen und unbeheizten Bahnhöfen zur Folge. Dazu käme häufig genug eine mangelhafte Informationspolitik der Bahn, die ihre Kunden über die bestehenden Problemlagen viel zu lange im Unklaren lasse.

Der VCD fordert daher von der Bahn AG schnellstmöglich ein Kon­zept, um die Betriebssicherheit im Zugverkehr zu erhöhen. Zudem müssten, so der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub, dringend angemessene Notfallroutinen, die den Schaden für den Fahr­gast begrenzen, entwickelt werden. Holger Greiner, Sprecher des hessischen Landesverbandes nimmt den jüngsten folgenreichen Ober­leitungs­schaden bei Rüsselsheim zum Anlass für eine harsche Kritik am derzeitigen DB-Krisenmanagement: „Mit den drastisch steigenden Treibstoffpreisen wird die Bahn wieder zum Rückgrat des öffentlichen Personenverkehrs. Nicht nur das Angebot, sondern auch die Betriebssicherheit und die eingesetzten Notfallverfahren müssen hierbei Schritt halten. Drei Stunden, wie bei Rüsselsheim, im glühendheißen Waggon auf die örtliche Feuerwehr warten zu müssen grenzt schon an Freiheitsberaubung.

Der VCD fordert angesichts der deutlich steigenden Nachfrage ver­bindliche Richtlinien, nicht nur im Hinblick auf die Zuverlässigkeit, sondern auch für Notfälle. „Mehr als eine Stunde Verzögerung durch Betriebsstörungen ist unzumutbar“, stellt Holger Greiner fest. Sowohl bei der Betriebssicherheit als auch bei den Not­fall­verfahren könne die Bahn von der Luftfahrt lernen: Ebenso wie der Flug­verkehr müsse der Schienennetzbetreiber genug Personal und Gerät vorhalten. Der VCD sieht hier auch die Politiker in der Verantwortung. Bundes- und Landespolitik müssten – angesichts des Klimawandels und des Ölpreisschocks – endlich begreifen, dass der Schienenverkehr wieder zu einer elementaren Infra­struktur für Volkswirtschaft und Gesellschaft werde und die Bahn­verantwortlichen hier zu Service-Verbesserungen ermuntern.

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Autor: VCD Hessen.

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