Pressemitteilung 17/2008, VCD-Landesverband Niedersachsen, Hannover/Göttingen, 25. Juni 2008
VCD: „IC-Streichungen in Niedersachsen logische Folge des Bahn-Börsengang!“
Weiterer Rückzug des Intercity nicht ausgeschlossen
Als logische Konsequenz des Bahn-Börsengangs bezeichnet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 geplanten Streichungen aller Intercity-Halte auf der Strecke von Hannover nach Göttingen. Die Stationen Elze, Alfeld, Kreiensen und Northeim werden fortan nur noch im Regionalverkehr bedient. Vor allem für Umsteiger in den Harz oder das Weserbergland bedeutet dies längere Wartezeiten.
„Diejenigen Landes- und Regionalpolitiker, die jetzt über die Streichpläne der Deutschen Bahn AG schimpfen, müssen sich bitte vor Augen halten, dass die Deutsche Bahn AG durch den Beschluss der Großen Koalition in Berlin dazu angehalten ist, gerade im Fernverkehr börsenorientiert zu arbeiten. Da spielen verkehrlich wichtige Umsteigerverkehre in Niedersachsen keine Rolle!“, so Martin Mützel, stellvertretender VCD-Landesvorsitzender. Der VCD hatte genau vor diesen nun eintretenden Verkehrseinschränkungen auf Landes- und Bundesebene gewarnt und sieht sich deshalb in seinen Befürchtungen bestätigt. „Verbal spielt der umweltfreundliche Schienenverkehr bei allen Parteien angesichts der Klima- und Benzinpreisentwicklungen eine wichtige Rolle. In den Parlamenten in Berlin und auch in Niedersachsen sprechen die politischen Entscheidungen allerdings eine andere Sprache, wie wir immer wieder feststellen müssen!“
Der VCD fordert die Politik, Deutsche Bahn AG und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) auf, sich rasch an einen Tisch zu setzen, um ein ansprechendes Angebot für Zugreisende aufrecht zu erhalten. Vor allem für die Umsteiger in Richtung Harz und das Weserbergland dürfe es keine Verschlechterungen geben. Dieses hätte nicht nur negative Einflüsse auf die Verkehrsmittelwahl der Bevölkerung, sondern vor allem auch auf die Tourismuswirtschaft in beiden Regionen. Der VCD bietet seinen Sachverstand an, an konkreten Lösungen für die Region zwischen Hannover und Göttingen mitzuarbeiten.
Für die Zukunft befürchtet der VCD in Niedersachsen weitere Verluste von Intercity-Verbindungen und Stationen. „Die Politik muss begreifen, dass die Definition eines Grundangebotes im Fernverkehr eine wichtige Rolle in der Diskussion zwischen Bund und den Ländern einnehmen muss. Wer hier nicht aufpasst, darf sich nicht über die nächsten Streichpläne der Deutschen Bahn AG wundern“, so Mützel.
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Autor: VCD Niedersachsen.
Tags: Fahrplan, Fahrplanwechsel, Göttingen, Hannover, LNVG, Nahverkehr (ÖPNV), Tourismus