Pressemitteilung 16/2008, VCD-Landesverband Niedersachsen, Hannover, 3. Juni 2008
Ausbau des Schienenverkehrs muss Priorität haben!
Angesichts des zunehmenden Güterumschlags in den norddeutschen Häfen auf die umweltfreundliche Eisenbahn fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den raschen Ausbau der Bahn-Hinterlandverbindungen in Niedersachsen. Statt der Y-Trasse solle der Ausbau des bestehenden Netzes forciert werden, darunter auch private Bahnstrecken.
‚Es ist höchste Eisenbahn, den Schienenverkehr auch in Niedersachsen für die nächsten Jahre fit zu machen! Wir wollen den Ausbau der Bahn voranbringen und nicht auf weitere Fernstraßen wie A 22 oder A 39 setzen’, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des VCD in Niedersachsen. ‚Wir fordern die Landesregierungen in Niedersachsen, Hamburg und Bremen auf, sich für den raschen Ausbau des bestehenden Bahnnetzes einzusetzen. Dazu zählen neben der bestehenden Linie von Hamburg und Bremen nach Hannover auch die Ertüchtigung der Heidebahn von Hamburg über Soltau und Celle für Güter- und Regionalbahn-Züge. Ein besonderes Augenmerk richtet der VCD auf die privaten Strecken der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe/Weser GmbH (EVB) sowie der Osthannoverschen Eisenbahn AG (OHE). Deren bestehendes Schienennetz könnte durch einen kurzfristigen Ausbau einen wesentlichen Beitrag zur kurzfristigen Problemlösung bringen.
Eine klare Absage erteilt der Verkehrsfachverband der sogenannten Y-Trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover. ‚Diese Bahn wurde vor 15 Jahren einmal als Hochgeschwindigkeits-Strecke geplant und neuerdings kurzfristig als Güterbahn umdefiniert. Sie löst aber nicht die Probleme der Hafenwirtschaft, sondern bindet enorme Investitionsmittel, die den Seehäfen an anderen Infrastruktur-Maßnahmen dringend fehlen!’, so Frömming. Die Bremischen Häfen sowie der JadeWeser-Port in Wilhelmshaven profitieren nach Erkenntnissen des VCD ohnehin nicht exklusiv durch die Y-Trasse.
Ebenso wie die inzwischen intensiv diskutierte Studie von Dipl.-Ing. Roland Sellien zur Y-Trasse kommt auch eine Studie der Universität Hannover zu der Erkenntnis, dass die bisherige Trassenplanung enorme Defizite aufweist. Zusätzlich zu den bisherigen Baukosten in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro müssten zusätzliche Gleise gebaut werden, etwa ein viergleisiger Abschnitt von Buchholz bis kurz vor Rotenburg (Wümme). Gänzlich unberücksichtigt blieben bislang auch notwendige Verbindungsstrecken zu den Hannoveraner Güterstrecken und -bahnhöfen. ‚Diese zusätzlichen Kosten und planerischen Schwierigkeiten stellen die bisherigen Y-Trassen-Planungen vor gewaltige Finanzierungs- und weitere Akzeptanzprobleme!’, so Frömming. ‚Eine Kostenexplosion zu Lasten der Steuerzahler ist mit Sicherheit zu erwarten.’
Der VCD hatte in seiner in Auftrag gegebenen Studie von Sellien ebenso wie nun auch die Studie der Universität Hannover darauf hingewiesen, dass Güterverkehrsunternehmen die Y-Trasse wegen höherer Benutzungsgebühren ohnehin kaum nutzen dürften. ‚Wozu dann eine teure neue Trasse bauen, die keine Akzeptanz bei den Nutzern findet? Es ist jetzt wirklich an der Zeit, den Ausbau des bestehenden Bahnnetzes zu forcieren, statt noch mehr Jahre in die Planung der unnötigen Y-Trasse zu vergeuden!’ so Frömming.
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Autor: VCD Niedersachsen.
Tags: Bremen, Eisenbahn, Finanzierung, Güterverkehr, Hafen, Hamburg, Rotenburg, Wilhelmshaven, Y-Trasse
Einen feinen Beitrag hierzu gab’s in der Kontraste-Sendung vom 29.05.08:
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_7514802.html
Wasser auf die VCD-Mühlen!