Klimakanzlerin eröffnet Klimakiller-Show

VCD-Pressemitteilung 33/08 – Berlin, 27.05.08
Zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin
VCD: Steuerbefreiungen im Flugverkehr beenden

Heute eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin mit einem Messerundgang. Der Verkehrs­club Deutschland e.V. (VCD) fordert die selbsternannte Klima­kanzlerin aus diesem Anlass auf, die Steuerbefreiungen im Flug­verkehr zu beenden und so für mehr Klimaschutz zu sorgen. “Bei der Eröffnung der Flugmesse in Berlin wird wieder das Hohelied auf die Wachs­tums­potenziale des Flugverkehrs gesungen. Dabei wird bewusst ver­schwie­gen, welche Belastungen dieses Wachstum für das Weltklima mit sich bringt“, kommentiert Michael Gehrmann, VCD-Bundes­vorsitzender, den Start der ILA. Gerade heute habe das Statistische Bundes­amt Zahlen für das erste Quartal 2008 ver­öffentlicht, die den fortlaufenden Zuwachs im Luftverkehr mit fünf Prozent beziffern. Damit sei der Luftverkehr weiter auf dem Weg zum Klima­killer Nummer eins im Verkehrs­bereich.

Die Emissionen des Flugverkehrs seien weltweit inzwischen bereits doppelt so hoch wie 1990. Da die Treibhausgase in großen Flughöhen ausgestoßen würden, wirkten sie mindestens dreimal so schädlich wie vergleichbare Emissionen am Boden. Umso unverständlicher sei es, dass der Luftverkehr von der Mineralölsteuer und im internationalen Verkehr auch von der Mehrwertsteuer befreit und damit deutlich besser gestellt sei als der Autoverkehr oder die besonders umwelt­schonende Bahn, die die vollen Energie- und Mehrwertsteuern zahle. Gehrmann: “Wenn die Bundesregierung den Klimaschutz noch ernsthaft verfolgt, darf sie den Flugverkehr nicht länger aussparen, sondern muss ihn schleunigst in klimaverträglichere Bahnen lenken!

Da ein Ende der Mineralölsteuerbefreiung für den gewerblichen Luft­verkehr auf internationaler Ebene nicht abzusehen sei, müsse die große Koalition jetzt national vorangehen und eine Kerosinsteuer in Deutsch­land einführen. Ebenso müsse sie die Mehrwertsteuer auf inter­na­tionale Tickets erheben. “Kein vernünftiger Mensch versteht, wieso manchmal schon die Taxifahrt zum Flughafen mehr kostet als der Flug. Diese himmelschreiende Ungerechtigkeit ist im Wesentlichen Folge der Steuerbefreiungen im Luftverkehr und muss beendet werden“, erklärt dazu Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsreferent.

Durch die Kerosinsteuer hätte die Luftfahrtindustrie zudem einen Anreiz, die Entwicklung spritsparender Flugzeuge und Motoren zu forcieren. “Außerdem wäre sie im Gegensatz zum Emissionshandel sofort wirksam. Damit wäre ein wichtiger Schritt für mehr Wett­bewerbs­gerechtigkeit zwischen den Verkehrsträgern getan“, ergänzt Müller-Görnert. Nach EU-Recht sei es seit 2005 möglich, Kerosin national zu besteuern. Diesen Weg hätten beispielsweise die Nieder­lande und Norwegen beschritten. Die Abgabe auf Flugbenzin würde nicht nur den Klimaschutz stärken, sondern dem deutschen Staat laut Subventions­bericht der Bundesregierung rund 400 Millionen Euro an jährlichen Einnahmen bringen, die für sinnvolle Zukunfts­investitionen eingesetzt werden könnten.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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