Kfz-Steuer in der Diskussion

VCD-Pressemitteilung 26/08 – Berlin, 24. April 2008
Steuerpläne der Bundesregierung schonen Klimakiller / VCD fordert ambitionierte CO2-Steuer

Anlässlich der heute durch die Berichterstattung der BILD-Zeitung aus­gelösten Diskussion um die Neugestaltung der Kfz-Steuer ab 2009 erklärt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD): Die BILD-Zeitung schlägt mal wieder an der völlig falschen Stelle Alarm. Erstens ist die Dis­kus­sion innerhalb der Bundesregierung über die Neufassung der Kfz-Steuer noch nicht abgeschlossen. Und zweitens sehen weder die dem VCD vorliegenden Modelle des Bundesfinanzministeriums, noch das des Umweltministeriums eine höhere Besteuerung für Alt­fahr­zeuge vor. Nur ein Modell des Wirtschaftsministeriums unter Leitung von CSU-Politiker Michael Glos befürwortet eine Anhebung der Steuersätze für Alt­fahr­zeuge mit den Schadstoffklassen Euro 2 und Euro 3. Damit will das Wirtschaftsministerium ältere Fahrzeuge teurer machen und so den Kauf neuer Fahrzeuge ankurbeln.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Der eigentliche Skandal ist, dass nach allen Modellen aus den Reihen der Bundesregierung Klimakiller auch künftig nicht wesentlich mehr Kfz-Steuer bezahlen sollen als heute. So wird auf eine wirksame Beeinflussung der Kaufentscheidung zu­gunsten von sparsamen und klimaschonenden Neu­fahrzeugen ohne Not verzichtet. Damit bleibt das Energie- und Klimapaket der Bundes­regierung im Bereich Verkehr ein müder Papiertiger.” Der VCD fordert eine ambitionierte Klimasteuer für Neuwagen, die eine tatsächliche Len­kungs­wirkung für mehr Klimaschutz im Verkehr entfaltet. Dafür hat der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub ein eigenes Kfz-Steuer-Modell entwickelt. Es sieht vor, klimaschonende Fahrzeuge gegenüber heute steuerlich zu entlasten und Fahrzeuge mit hohem Verbrauch und hohem CO2-Ausstoß künftig wesentlich stärker zu besteuern.

Danach würde beispielsweise der sparsame VW Polo 1.4 TDI Blue­Motion mit einen CO2-Ausstoß von 99 g/km zunächst eine Steuer­be­freiung von 300 Euro erhalten und anschließend gegenüber heute rund 80 Euro Steuern pro Jahr sparen (148 € statt jetzt 231 €), während der VW Touareg V10 TDI mit einem CO2-Ausstoß von 333 g/km rund 2000 Euro mehr pro Jahr bezahlen müsste (2698€ statt jetzt 772€). Weil das VCD-Modell zukunfts­feindliche Sprit­schlucker steuer­lich erheblich belastet, kann und soll es nicht rück­wirkend auf Alt­fahrzeuge angewendet werden, die unter anderen steuerlichen Rahmen­bedingungen angeschafft wurden.

Detaillierte Informationen zum VCD-Modell im Internet unter www.vcd.org/kfz-steuer.html

Verwandte Artikel

Autor: VCD-Bundesverband.

Tags: , , ,

2 Antworten zu “Kfz-Steuer in der Diskussion”

  1. Anlässlich der heute durch die Berichterstattung der BILD-Zeitung ausgelösten Diskussion um die Neugestaltung der Kfz-Steuer ab 2009 erklärt der Verkehrsclub Deutschland eV (VCD): Die BILD-Zeitung schlägt mal wieder an der völlig …
    [...] Weiter: Zum ganzen Artikel [...]

  2. [...] Hubraum, sondern der CO2-Ausstoß eine entscheidende Rolle spielen wird. Bisher sollen mehrere Konzepte entwickelt worden sein – nur konnten sich die Politiker noch nicht einigen. Des Weiteren ist auch [...]

Hinterlasse eine Antwort