VCD Niedersachsen warnt: »Verkehrslärm gefährdet Ihre Gesundheit«

Pressemitteilung 13/2008, VCD-Landesverband Niedersachsen, Hannover 15.04.2008
Zum Tag gegen Lärm am 16. April 2008 – Wirksamer Lärmschutz im Verkehr gefordert

Lärm gefährdet die Gesundheit in erheblichem Maße. Darauf weist der Landes­verband Niedersachsen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zum morgigen Tag gegen Lärm hin. Wesentlichen Anteil an der Lärm­belastung vor Ort hat der Verkehr: Wer etwa an einer viel­befahrenen Straße, einer lauten Eisenbahntrasse oder im Einzugs­bereich eines Flug­hafens lebt, hat ein höheres Herzinfarktrisiko als Menschen in ruhiger Umgebung. Diesen Zusammenhang haben medizinische Studien wiederholt nachgewiesen. Zuletzt belegte eine internationale Studie unter Beteiligung des Umweltbundesamtes vom Januar 2008, dass der Blutdruck mit zunehmender Flug- und Straßen­verkehrs­lärm­belastung steigt.

Nicht nur die negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt sollten uns dazu veranlassen, unsere Mobilität neu zu organisieren. Auch gegen die Gesundheitsgefahren des Verkehrslärms müssen wir aktiv vorgehen”, mahnt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Noch immer werde die negative Wirkung von Verkehrslärm stark unter­schätzt. Dabei seien allein in Deutschland rund 15 Millionen Menschen massiv und dauerhaft davon betroffen, mit entsprechenden Folgen für ihre Gesundheit. Sie müssten mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko rechnen. Daneben träten häufig Müdigkeit, Konzentrations­schwäche und Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens auf.

Nach EU-Vorgaben müssen spätestens bis Juli dieses Jahres zunächst für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern Lärmaktionspläne erstellt werden. Sie sollen konkrete Maßnahmen beinhalten, wie die Lärm­belastung der Bevölkerung an den neuralgischen Punkten ver­ringert werden kann. „Verkehrsverlagerung auf leisere und umwelt­schonendere Verkehrs­mittel sowie aktive Lärm­schutz­maßnahmen sind die Schlüssel zu einem verträglicheren Verkehr“, so Frömming. Um spürbare Verbesserungen der Lärm­situation zu erreichen, müsste auch die Landesregierung jetzt schnell aktiv werden.

Der VCD fordert die weitgehende Einrichtung von Tempo-30-Zonen in Städten und Ortschaften sowie ein generelles Nachtfahrverbot für Lkw. Auf Autobahnen könne in Siedlungsnähe eine Geschwindig­keits­begrenzung auf maximal 100 km/h für Pkw bzw. 60 km/h für Lkw den Lärmpegel senken und so die Anwohner entlasten. Zudem müsse der Einsatz von lärmarmen Reifen und Straßenbelägen gefördert werden.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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