Rheintalbahn: VCD fordert Güterzugumfahrung für Offenburg

Pressemitteilung Nr. 08/08 – Stuttgart, 9. April 2008
Verkehrsclub kritisiert Trassenvorschlag der Deutschen Bahn AG

Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die von der Deutschen Bahn AG vorgelegten Trassenplanungen mit einer viergleisigen Durchfahrung von Offenburg als unbefriedigend kritisiert. Die von der Stadt bevorzugte Tunnellösung betrachtet der VCD als viel zu teuer. Um den Lärmschutzbedürfnissen der Anwohner gerecht zu werden, fordert der VCD eine Umplanung der Rheintalbahn mit einer zweigleisigen Umfahrung von Offenburg für Güterzüge.

Kein Mensch käme auf die Idee, eine Autobahn mitten durch die Stadt zu planen oder in einem Tunnel unter einer Stadt hindurch zu führen“, sagte der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. „Eine viergleisige Schneise durch Offenburg mit vielen, lauten Güter­zügen ist für die Anwohner nicht akzeptabel.“ Der Protest gegen die Planungen der DB sei schon über zwanzig Jahre alt. Sollte es zu keiner menschenfreundlichen Planung kommen, werde der Protest nach Einschätzung des VCD noch zwanzig weitere Jahre andauern und zu weiteren Verzögerungen beim schon schleppenden Ausbau der Rheintalbahn führen.

Der VCD schlägt deshalb eine Güterzugumfahrung nördlich von Offenburg vor. “Die zweigleisige Umfahrung sollte bis zur Autobahn A5 führen und von dort aus die Trasse gebündelt mit der A5 nach Süden geführt werden“, erläuterte Matthias Lieb die VCD-Vorstellungen. “Auf der bestehenden Rheintalbahn über Offenburg und Freiburg würden die ICE-Züge sowie Regionalzüge verbleiben, die im Vergleich zu den Güterzügen relativ leise sind, so dass der Lärmschutz für die Anwohner schneller erzielt werden kann.” Im Vergleich zum Güterzugtunnel sei diese Variante bedeutend preiswerter. Außerdem könnten dann auch zusätzliche Haltepunkte im Stadtgebiet von Offenburg – z.B. Messe und Land­rats­amt – für die Ortenau-S-Bahn rasch verwirklicht werden. Damit hätten auch die betroffenen Anwohner einen Nutzen von den hohen Investitionen.

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Autor: VCD Baden-Württemberg.

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Eine Antwort zu “Rheintalbahn: VCD fordert Güterzugumfahrung für Offenburg”

  1. Franz Josef sagt:

    Das Problem ist: Auch gegen eine Autobahnnahe Trasse gibt es Widerstände diverser Gemeinden. Wie üblich gilt der Grundgedanke “Sollen doch die anderen die Last tragen, Hauptsache nicht wir”.

    Ich hege den Verdacht dass die Meisten der Kritiker Autofahrer sind. Jeder Bahnfahrer bekommt die Überlastung der Trasse Karlsruhe – Freiburg täglich zu spüren, wenn sich die Verspätungen aufhäufen, Regionalzüge von ICEs überholt werden müssen und Güterzüge auf Nebengleisen warten. Mit vier Gleisen hätte man deutlich mehr Flexibilität, vor allem könnte man mit einer getrennten Streckenführung für Personen- und Güterverkehr die Auswirkungen der (leider recht häufigen…) “Persönenschäden” stark eindämmen.

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