Zum Start der Auto Mobil International (AMI) in Leipzig

VCD-Pressemitteilung 21/08 – Berlin, 4. April 2008
VCD bemängelt fehlende Umwelt-Innovationen / Spritsparstunde gutes Angebot für Verbraucher

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) bemängelt zum Start der Automesse AMI in Leipzig fehlende Innovationen der Hersteller im Umwelt­bereich. Unter den vielen Messeneuheiten auf der Show, die am morgigen Samstag die Tore für das breite Publikum öffnet, fänden sich kaum Serienfahrzeuge, die auf geringen Verbrauch hin entwickelt worden seien. “Immerhin waren die Veranstalter so ehrlich, schon im Vor­feld anzukündigen, dass sie der Automesse keinen grünen Anstrich geben wollen“, kommentiert Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundes­vorstand die Autoshow in Leipzig. Für die Hersteller sei das Bild denn auch ähnlich beschämend wie schon beim Genfer Autosalon. Vogt: “Sprit­fresser und PS-Protze wie der neue Audi Q7 V12 TDI quattro mit 500 PS oder der BMW X6 mit einem Verbrauch von elf Litern Super auf 100 Kilo­metern stehen im Vordergrund. Neue Modelle mit minimalem Verbrauch und Schadstoffausstoß hingegen bleiben die Ausnahme.

Einige Hersteller versuchten immer noch, sich mit weiteren ethanol­tauglichen Modellen umweltbewusst zu geben. Doch in­zwischen sei der Versuch der Hersteller, sich über die sogenannten Bio­kraftstoffe aus der Klimaverantwortung für ihre Modelle zu stehlen, gescheitert. Fatale ökologische und soziale Folgen durch die weltweit steigende Nachfrage nach Kraftstoff vom Acker hätten die Strategie, dem her­kömmlichen Sprit möglichst viel Ethanol bzw. Biodiesel bei­zu­mischen, ad absurdum geführt. Gerd Lottsiepen, verkehrs­politischer Sprecher des VCD: “Das heute von Umweltminister Gabriel verkündete Aus für die zehnprozentige Beimischung von Ethanol zum Benzin zeigt, dass Agrarkraftstoffe zur Zeit in den geplanten Mengen nicht nur aus Umwelt- und Entwicklungsgründen abzulehnen sind, sondern dass – anders als von der Autoindustrie lange behauptet – auch die technischen Voraussetzungen für ihren umfassenden Einsatz in der existierenden Fahrzeugflotte nicht gegeben sind.

Positiv hebe sich die Messe in Leipzig von den übrigen Auto-Shows da­durch ab, dass hier dem Spritsparen in der Praxis besondere Bedeutung beigemessen werde. An der »Spritsparstunde« beteiligen sich wie in den vergangenen Jahren fast alle namhaften Hersteller. Besucher können dort kostenlose Spartrainings absolvieren und so erfahren, wie sie ihren Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 Prozent verringern können. “Damit entlasten Autofahrerinnen und Autofahrer nicht nur ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Denn jeder ein­ge­sparte Liter Sprit bedeutet rund zweieinhalb Kilogramm weniger Treib­hausgas CO2 für die Atmosphäre“, so Lottsiepen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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