Pressemitteilung VCD Hessen, 20.3.2008
Hessen bietet nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hervorragende Voraussetzungen für einen sanften Tourismus ohne Auto. Der Umwelt- und Verbraucherverband begrüßt es deshalb, dass Wirtschaftsminister Alois Rhiel dem Wander- und Fahrradtourismus große Bedeutung zumisst. Nachholbedarf sieht der VCD allerdings bei der Erreichbarkeit der hessischen Urlaubsgebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Statt Bus- und Bahnverbindungen auszubauen, würden Tourismusregionen mit neuen Straßen belastet, kritisierte der Verkehrsclub. Abzulehnen sei insbesondere der Bau der geplanten B87n durch das Biosphärenreservat Rhön. Rhiel stellt heute (20. März) in Fulda anlässlich des Deutschen Wandertages die Grundlagen der hessischen Tourismuspolitik vor.
Nach Ansicht des VCD ist es unter ökonomischen Gesichtspunkten viel sinnvoller, den Inlandstourismus zu fördern, als durch den Ausbau der Flughäfen Frankfurt und Kassel-Calden Reisen in ferne Länder zu begünstigen. „Wer mit dem Billigflieger in den Urlaub reist, trägt fast nichts zur einheimischen Wirtschaft bei“, erklärte der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiss. Mit dem inländischen Tourismus dagegen entstünden zahlreiche Arbeitsplätze, die gerade in strukturschwachen Gebieten oft die einzigen Einkommensquellen seien. Um die Potenziale des Wander- und Fahrradtourismus auszuschöpfen, muss nach Ansicht des VCD aber die Erschließung der Urlaubsregionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert werden. Bereits jeder vierte Deutschlandurlauber mache Ferien ohne Auto. Der VCD hält deshalb eine Reaktivierung der Bahnstrecke von Frankenberg nach Korbach sowie ein ergänzendes Busnetz für nötig, um die Nationalparkregion Kellerwald-Edersee besser zu erschließen. Die Vogelsbergbahn (Gießen-Fulda) müsse ausgebaut, andere für Wandergebiete wichtige Bahnstrecken wie Fulda-Gersfeld oder Marburg-Erndtebrück müssten besser bedient werden.
Kritisch sieht VCD die Pläne, in Urlaubsgebieten neue Straßen zu bauen. „Das ist kontraproduktiv“, sagte Geiß, „Man kann nicht einerseits mit Ruhe, guter Luft und schöner Umgebung um Touristen werben und andererseits mit neuen Straßen Lärm, Abgase und Landschaftszerstörung hinnehmen.“ Neben der B87n durch das Biosphärenreservat Rhön lehnt der VCD auch die Schnellstraße zwischen Olpe und Hattenbach ab. Diese schade dem Tourismus, da durch sie das Erholungsgebiet Burgwald durchschnitten würde. Gleiches gelte für die A44 (Kassel – Herleshausen), die ein bedeutendes Naturschutzgebiet zerstöre.
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Autor: VCD Hessen.
Tags: A44, Arbeitsplätze, Kellerwald, Kellerwald-Edersee, Nationalpark, Tourismus, Urlaub