Ausbau der Rheintalbahn verschoben auf St. Nimmerleinstag?

Rheintalbahn bleibt auf der Strecke

Das berichten zumindest die Stuttgarter Nachrichten in diesem Artikel:

Vertrauliche Papiere besagen: Bahn AG will erst im Jahr 2021 wieder Geld in das Projekt investieren

Berlin – Der Ausbau der Rheintalbahn wird sich nach Informationen unserer Zeitung noch einmal um mindestens fünf Jahre verzögern: Die DB AG will erst 2021 wieder nennenswerte Geldbeträge in die Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe-Basel investieren. …

Die nochmalige Verzögerung um mindestens fünf Jahre ist gleich doppelt pikant: Denn aus den DB-Unterlagen geht hervor, dass bis 2020 andere Bauprojekte bei der Bahn Vorrang haben. So soll zunächst Geld in den Bau von Stuttgart 21 sowie die Strecke Wendlingen-Ulm gesteckt werden. Sogar die ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim wird höher gewichtet, obwohl jetzt gerade erst die Planung ausgeschrieben wird.

Damit treffen die Befürchtungen von Stuttgart-21-Kritikern zu: Sie hatten stets gewarnt, dass unter dem Prestigeprojekt Stuttgart 21 andere dringliche Bauvorhaben leiden müssten. Innenminister Heribert Rech (CDU) hatte erst im November entsprechende Kritik der SPD als “baren Unsinn” zurück­gewiesen: “Die Neubaustrecke Karlsruhe-Basel ist genauso wichtig für uns.” …

Das ist doch alles gar nicht wahr, sagt hingegen die DB und schießt mit einer entsprechenden Pressemitteilung dagegen:

Viergleisiger Ausbau der Rheintalbahn läuft planmäßig

Strecke zwischen Karlsruhe und Basel soll bis 2020 ausgebaut sein

(Frankfurt am Main, 7. Februar 2008) Medienberichte, wonach sich der Ausbau der Rheintalbahn verzögert, entbehren jeglicher Grundlage. Tatsache ist vielmehr, dass der viergleisige Ausbau der Strecke zwischen Karlsruhe und Basel höchste Priorität bei der Deutschen Bahn AG bei Planung und Realisierung hat. Derzeit wird zwischen Freiburg und Basel der knapp 10 Kilometer lange Katzenbergtunnel ausgebaut. Bis 2012 soll der rund 500 Millionen Euro teure Abschnitt von Haltingen bis Schliengen an die vorhandene Strecke angebunden sein. Die Genehmigungs­verfahren für die weiteren Abschnitte zwischen Offenburg und Basel laufen auf Hochtouren, so dass bei gesicherter Finanzierung der Ausbau bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein kann. …

Mal sehen, ob die schönen, neuen Alpentunnel in der Schweiz irgendwann mal einen ordentlichen Zulauf aus Deutschland bekommen.
Nach Einschätzung des VCD ist der viergleisige Ausbau im Rheintal – schon wegen des wachsenden Schienen­güter­verkehrs auf der Nord-Süd-Achse – wichtigste große Infra­struktur­projekt im baden-württembergischen Schienen­netz. Danach kommt gleich der Ausbau zwischen Mannheim und Frankfurt/Main. Danach kommt lange nix.
Wenn dann noch Geld übrig ist, sollte man sich an den Ausbau der Relation Stuttgart – Ulm machen. Leider sind die Prioritäten der Landesregierung ganz andere. Sie präferiert den Tunnelbahnhof Stuttgart 21 mit dem NBS-Anschluss in Richtung Ulm.

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Autor: Werner Korn.

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