VCD: Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg – Dannenberg statt B 216

Pressemitteilung 06/2008, Hannover, 24.01.2008, VCD-Landesverband Niedersachsen
Verkehrsinfrastruktur Lüneburg/Lüchow-Dannenberg
Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene dringend erforderlich

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) wehrt sich gegen Pläne von Niedersachsens Wirtschaftsministers Walter Hirche (FDP) zum Ausbau der B 216 zwischen Lüneburg und Dannenberg. “Die Vorschläge des Wirtschaftministers sowie der Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg sind verkehrspolitisch einseitig und beziehen keine Alternativen zum Straßenbau mit ein!“, so Hans-Christian Friedrichs, Vorstandsmitglied des VCD-Landesverbandes Nieder­sachsen. Viele Stimmen der Regierungsparteien sprechen sich im Wahlkampf für den Ausbau der B 216 aus, wogegen die Initiativen zum Ausbau der parallel verlaufenden Bahn­strecke nur schleppend vorankommen und im Wahl­kampf praktisch keine Rolle spielen.

Friedrichs kritisiert, die Forderungen für den Straßenausbau zwischen Lüneburg und Dannenberg, sowie weiter nach Osten, seien kaum nachvollziehbar. So ist die B 216 bereits vor knapp zwanzig Jahren ausgebaut worden. “Die Straße ist damals mit großem Aufwand verbreitert worden, die Kurvenradien wurden großzügig entschärft und erst vor wenigen Jahren erhielt Dahlenburg eine weiträumige Orts­umfahrung – mit teilweise verheerenden Folgen für den örtlichen Einzelhandel. Wer heute mit dem Auto nach Lüneburg fährt, kauft auch gleich dort ein und biegt gar nicht erst nach Dahlenburg ab. Geschäftsaufgaben in großer Zahl waren die Folge. Die Forderung nach weiteren Orts­umgehungen und einem Ausbau der B 216 kann somit auch für die regionale Wirtschaft kontraproduktiv sein. Das gilt insbesondere, da das Argument der Pendlerströme in Zeiten der Rückorientierung zu städtischem Wohnen, dem demografischen Wandel und strukturellen Veränderungen in der Arbeitswelt stetig an Gewicht verliert.“, so Friedrichs.

Der VCD sieht jedoch dringend Handlungsbedarf hinsichtlich des stark angestiegenen Lkw-Verkehrs auf der B 216. “Maut-Umgehung und steigender Gütertransport von den Seehäfen Richtung Osten machen sich in den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg besonders deutlich bemerkbar. Der stetig zunehmende Güterfernverkehr ist in der Region insbesondere für die Anwohner entlang der B 216 ein großes Ärgernis. Ein Ausbau der Straße würde diese für Lkw aber noch attraktiver machen und mehr Belastungen statt weniger in die Region tragen.” erklärt Friedrichs.

Alternativen gibt es: Parallel zur B 216 verläuft die Bahnstrecke Lüneburg – Dannenberg, die zurzeit nur von wenigen Personenzügen befahren wird und ohne den Castor-Transporte längst ganz stillgelegt worden wäre“, so Friedrichs. Diese Strecke kann mit relativ geringen Mitteln deutlich aufgewertet werden, sodass hier schnell für Pendler eine wirklich attraktive Alternative zum Auto und zur B 216 entstünde. Das sah auch der Lüneburger Kreis­tag am 12.03.2007 in einem einstimmigen Beschluss so: Der Kreistag stellt “die besondere Bedeutung der Strecke Lüneburg – Dannenberg für die Erschließung der struktur­schwachen Region” heraus und befürwortet den Ausbau für den Personen- und Güterverkehr mit hoher Priorität. Außerdem soll die Reaktivierung und Weiterführung der Strecke an die Bahnverbindung Hamburg – Berlin bis nach Wittenberge geprüft werden. “Die Bahn stößt im Güter­verkehr an ihre Kapazitätsgrenzen und das Umschlag­volumen an Containern wird sich binnen weniger Jahre verdoppeln. Es ist also dringend geboten, die vorhandene Strecke auszubauen und Lücken – wie die Elbquerung bei Dömitz – zu schließen, um sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr eine zukunftsfähige Alternativen zur B 216 zu schaffen“, erklärt Friedrichs.

Der VCD erwartet nun von der Landespolitik, sowie von den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg eine schnelle Aufnahme von Verhandlungen zur Stärkung der Bahn­strecke und ist gerne bereit, die Politik beratend zu unterstützen.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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4 Antworten zu “VCD: Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg – Dannenberg statt B 216”

  1. Lüneburger sagt:

    Bloß nicht noch mehr Schienennetz in Deutschland. Vermutlich solls dann auch noch der Staat bezahlen.

  2. Knut Lickert sagt:

    So geht’s mir immer, wenn ich höre, das neue Straßen gebaut oder vorhandene vergrößert werden sollen.
    Bloß nicht noch mehr Verkehr und Dreck!
    Und die Bevölkerung muß es dann auch noch bezahlen. Sei es per Steuern oder noch schlimmer mit der Gesundheit.

  3. Gerade Lüneburg platzt doch so sehr aus allen Nähten, dass für eine Westumfahrung gar kein Platz mehr da ist und hat schon heute soviel Straßenlärm, dass die Ostumfahrung überdeckelt werden soll. Da bleibt nur die Bahn als sinnvolle Alternative. Die Bahnstrecke Lüneburg – Dannenberg besteht übrigens bereits seit 1874, ist also alles andere als neu. Und wer zahlt eigentlich die Straßen?

  4. grünes schleimiges Monster sagt:

    Der Ausbau der Strecke, dass sie attraktiv für eine Vielzahl von Fahrgästen wird, würde zig-Millionen kosten. Wenn jeder Fahrgast bereit ist, die wahren Kosten des Ausbaus mit 50 EUR pro Ticket zu bezahlen, hätte ich nix dagegen. Aber ich habe etwas dagegen, dass meine Steuergelder dafür verschwendet werden, dass eine Diesellok zwei Wägelchen durch das Land zieht, in dem ein Dutzend Leute sitzen.
    Der Schienenverkehr ist nur sinnvoll in dicht besiedelten Ballungszentren oder zwischen großen Städten. In sehr dünn besiedelten Gebieten wie dem Wendland ist das Auto, auch wenn es böse ist, immer noch das wirtschaftlichste Verkehrsmittel.

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