VCD begrüßt Zusage des Kraftfahrzeuggewerbes zum Filterersatz

VCD-Pressemitteilung 70/07 – Berlin, 28.11.07
Werkstätten müssen mangelhafte Filter zügig austauschen, Regierung muss Vollzug sicherstellen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt die heute von Bundesumweltminister Gabriel bekannt gegebene Zusage der Verbände des Kraftfahrzeuggewerbes und der Werkstätten, mangelhafte Nachrüst-Rußfilter kostenlos zu ersetzen. “Damit ist eine kundenfreundliche Lösung in dem Skandal um wirkungslose Rußfilter in Aussicht gestellt“, kommentiert Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundes­vorstand die heutige Einigung. Autobesitzer, die ihre Diesel-Pkw in gutem Glauben mit Filtern gegen krankmachenden Dieselruß nachgerüstet hätten und um die versprochene Wirkung betrogen worden seien, könnten so entschädigt werden.

Gleichzeitig fordert der VCD die Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung für das Desaster mit mangelhaften Rußfiltern gerecht zu werden und sicherzustellen, dass alle unwirksamen Filter nun auch tatsächlich ausgetauscht und damit aus dem Verkehr gezogen werden – und dies ohne weitere Kosten für die Autobesitzer. Außerdem müsse die Regierung dafür sorgen, dass künftig auf keinen Fall mehr Mogelpackungen auf dem Nachrüst-Markt auftauchen. “Verkehrs- und Umweltministerium sind verantwortlich für technische Vorschriften und Gesetze in diesem Bereich. Deshalb müssen sie sich nach der beispiellosen Verzögerung der Aufklärung über Filtermängel nun besonders ins Zeug legen“, fordert Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsreferent.

Um Kunden künftig vor schadhafter oder unzureichender Umwelttechnik zu schützen, muss nach Ansicht des VCD die verbindliche Abgasuntersuchung (AU) so erweitert werden, dass sie technische Mängel in der Abgasreinigung zuverlässig aufzeigt. Firmen, die nachweislich Betrugssysteme auf den Markt gebracht hätten, müssten zudem zur Rechenschaft gezogen werden. Müller-Görnert: “Wir brauchen ein klares Signal: Betrug mit Umwelttechnik darf sich nicht lohnen.

Der VCD empfiehlt allen betroffenen Autobesitzern, sich zügig an ihre Werkstatt zu wenden und den Austausch mangelhafter Nachrüstfilter zu verlangen. Für folgende Partikelfilter wurde die Betriebserlaubnis vom zuständigen Kraftfahrtbundesamt gelöscht, da sie mangelnde Filterleistung aufwiesen:

  • GAT Euro Filter: Betroffen sind sämtliche Nachrüstfilter des Herstellers ABE-Nummern 17018, 17064; 17065; 17070, 17074; 17075; 17114, 17117, 17118, 17141,17143 und 17148
  • Bosal Diesel-Oxikatfilter: ABE Nr. 17097
  • Tenneco White Walkers Diesel-Partikelfilter: ABE-Nummern, 17093,17094, 17104, 17120, 17132,17133, 17135 und 17147

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Autor: VCD-Bundesverband.

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3 Antworten zu “VCD begrüßt Zusage des Kraftfahrzeuggewerbes zum Filterersatz”

  1. VCD-Blog sagt:

    Bundesrat macht Weg für Filternachrüstung bei Nutzfahrzeugen frei…

    VCD-Pressemitteilung 72/01 – Berlin, 30.11.07
    Partikelfilter für Transporter, Lkw und Busse
    Bundesrat macht Weg für Filternachrüstung frei / VCD kritisiert späte Regelung
    In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat einer Ände…

  2. Wolfgang Ditz sagt:

    Hallo,
    möchte mal meinem Ärger Luft machen. Aus Umweltschutzgründen habe ich letztes Jahr (Juli) einen Partikelfilter bei meinem VW-Passat nachrüsten lassen (Tenneco ABE-Nr. 17093). Die erste Welle der nicht funktionierenden P.filter (ca.Oktober 07) habe ich gespannt verfolgt. Meine ABE-Nr. war nicht aufgeführt, also habe ich die ganze Sache abgehakt, ich war ja nicht betroffen. Weitere Zeitungsartikel habe ich nur sporadisch verfolgt, natürlich auch nicht registriert, dass neue Nummern aufgetaucht sind. Somit fühlte ich mich als “King of the road”, ich hatte ja kein schlechtes Gewissen zu haben. Aus allen Wolken fiel ich, als mich das Kraftfahrtbundesamt anschrieb, ich hätte einen nicht funtionierenden Partikelfilter einbauen lassen. Nach sofortiger Rücksprache mit meiner Werkstatt, wurde mir versichert, es gäbe z.Zt. noch keine Austauschfilter dieser Firma, aber in ca 2 Monaten wäre es soweit. Nach jetziger Nachfrage werde ich weiter vertröstet, das Problem würde in kürzester Zeit gelöst. Mein Vorschlag, einen genehmigten Filter einer anderen Firma (die Differenz des Preises hätte ich gezahlt) einzubauen, wurde nicht entsprochen, da ja Tenneco zuständig wäre und die auch dann den Austausch kostenlos machen würden. Juristisch sehe ich leider gar nichts geklärt. Bei der Informationspolitik und den Schwierigkeiten, die ich bis jetzt gehabt habe, kann ich mir gut vorstelle, dass erst ca. 10% ihre kaputten Filter haben austauschen lassen.

  3. Jan Petersen sagt:

    Hallo Wolfgang,

    habe aktuell das gleiche Problem wie Du (Tenneco ABE-Nr. 17093 eingebaut), keine Ahnung, wie ich jetzt am besten weiter vorgehen soll, um einen funktionierenden Filter eingebaut zu bekommen.

    Falls Du schon einen (oder mehrere) Schritte weiter bist, wäre es nett, wenn Du mir/ den anderen dies kurz mitteilen könntest! Oder aber wir gehen gemeinsam vor …

    Wäre jedenfalls super, hierzu etwas neues über den aktuellen Stand zu erfahren !

    Danke und viele Grüße,
    Jan

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