Pressemitteilung VCD-Hessen, 8. 10. 2007
Ein attraktiver Schienenverkehr ist nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) unverzichtbar für den Tourismus in der Region Kellerwald-Edersee. „Besucher, die ohne Auto kommen, sind eine große Chance für das Waldecker Land“, sagte der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann am Wochenende in Bad Wildungen. Er verwies darauf, dass derzeit jeder vierte Deutschlandurlauber Ferien ohne Auto mache. In Großstädten wie Berlin habe jeder zweite Haushalt kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. „Diesen Märkten darf man sich nicht verschließen“, sagte der VCD-Bundesvorsitzende bei einem Besuch auf Einladung des VCD-Landesverbands Hessen. „Gute Bahnverbindungen sind ein Beitrag zu einem nachhaltigen Tourismus, aber auch zur Wirtschaftsförderung.“
Deshalb müssen nach Ansicht des VCD die Bahnstrecken von Wabern nach Bad Wildungen sowie von Marburg nach Frankenberg nicht nur erhalten, sondern deutlich attraktiver werden und in ein touristisches Verkehrskonzept für die gesamte Region eingebunden werden. Dringend nötig sei auch die Reaktivierung der Strecke von Frankenberg nach Korbach, um günstige Verbindungen aus dem dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet in die National-Park-Region zu ermöglichen. Gehrmann verwies auf positive Beispiele aus anderen Regionen: Die Usedomer Bäderbahn sei durch ein modernes Konzept vom Stilllegungs-Kandidaten zu einem Rückgrat des Tourismus geworden. Im Nationalpark Bayerischer Wald sei es gelungen, mit einem ausgeklügelten Bussystem und abgestimmtem Marketing die Besucher in den öffentlichen Nahverkehr zu lenken.
Als Vorbild für andere Kommunen lobte der VCD die Stadt Bad Wildungen, die nicht nur viel Geld in den Bahnhof investiert, sondern auch durch einen Zuschuss den Bahnverkehr nach Wabern mitfinanziert. „Die Stadt hat erkannt, dass Schienenverkehr auch Wirtschaftsförderung ist“, sagte Jan Stielike, Sprecher des VCD Hessen. „Es ist undenkbar, dass ein traditionsreicher Kurort wie Bad Wildungen nicht mehr mit dem Zug zu erreichen sein sollte.“ Auch andere Kommunen wie Fritzlar oder Frankenberg müssen sich nach Ansicht des VCD stärker für die Schiene engagieren. In erster Linie gefordert seien aber das Land Hessen und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV).
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Autor: VCD Hessen.
Tags: Bad Wildungen, Bahnhof, Kellerwald-Edersee, NVV, Tourismus, Waldecker Land, Wirtschaftsförderung